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Westflügel: der Almaty 10,620 F., der Keskelen 10,490 F., der Ssuok-Tübbe 7500 F., im Ostflügel: der Turgen-Assy 8060 F., der Turaigyr 6336 Fuß hoch. Hiernach würde sich die mittlere Kammhöhe der Nordkette etwa auf 8600 Fuß stellen. Den schönen Querthälern des Nordabhanges der Nordkette entströmen rasche, rauschende Gebirgsflüsse, von West nach Ost gezählt: der Kastek, der Kara-Kastek (bei Ssemenof beide Male Kestek), der Kargaly, der Tschemolgan, der Keskelen, der Ak-Ssai, zwei Almaty, der Talgar, der Issyk, der Turgen, der Tschebdar, der Tschilik u. a. Alle diese Flüsse werden nach ihrem Austritt in die Steppenebene durch Bewässerungscanäle stark angegriffen und erreichen außer einigen sehr wasserreichen, wie z. B. der Tschilik, nicht den Ili. – Die Porphyrvorberge der Nordkette, deren Höhe im Verhältniß zu letzterer an sich unbedeutend ist, treten zu den Vorsprüngen oder kurzen Querriegeln derselben so nahe heran, daß sie mit ihnen fast zusammenfließen. Nur vom Turgen an nach Osten werden diese Vorberge in dem Maße, als der Hauptkamm sinkt, bedeutender, und indem sie sich allmählich ganz vom Hauptkamme ablösen, treten sie östlich vom Durchbruche des Tschilik als eine besondere Porphyrkette Boguty auf, die in dem Bergpasse Sseirek-Tas eine Meereshöhe von 4990 Fuß erreicht und von dem Osttheile der Hauptkette, dem Turaigyr, durch ein vollständig ebenes Plateau getrennt ist, welches letztere bei 15 Werst = 21/7 Meilen Breite eine absolute Höhe von 3580 russ. Fuß hat.

Was die beiden Längsthäler unseres Gebirges betrifft, so hat das Kebinthal bei der Einmündung des Dürenyn reichlich 6350 Fuß absolute Höhe[1], da diese Messung indeß im oberen Theile des Thales ausgeführt wurde, und der Kebin bei seiner Mündung in den Tschu schwerlich über 4000 Fuß hoch liegt, so wird als mittlere Meereshöhe des Kebinthales 5000 russische Fuß anzunehmen sein. Das Thal des Tschilik liegt in seinem obersten Theile nach Ssemenof’s Messung 6550 Fuß hoch, an der Stelle, wo der Tschilik die Wendung zum Durchbruche macht, 5010 Fuß, seine mittlere Höhe würde sich also auf 5700 Fuß stellen. Das mit diesem parallele, kürzere Längsthal des Dschenischke lag an einer Stelle, wo Ssemenof es durchschnitt, 5820 Fuß hoch. Der zwischen beiden Thälern streichende Dalaschik hat in dem Passe Mai-Bulak 7835 Fuß und in seinem höchsten Gipfel 9530 Fuß Meereshöhe. Oestlich von der Wendung des Tschilik breitet sich zwischen den beiden niedriger gewordenen Hauptketten ein hohes, sehr ebenes Steppenplateau aus, von den Eingeborenen

Anmerkungen

  1. Zwischen dieser Angabe und der obigen (S. 135) ist ein Widerspruch, den ich nicht zu lösen vermag.
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Verschiedene: Zeitschrift der Gesellschaft für Erdkunde zu Berlin. Vierter Band. Dietrich Reimer, Berlin 1869, Seite 215. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Zeitschrift_der_Gesellschaft_f%C3%BCr_Erdkunde_zu_Berlin_IV.djvu/231&oldid=- (Version vom 1.8.2018)