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Seite:Thomas Lirer Schwäbische Chronik.djvu/115

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ain kind. als nun der künig neben die mül kam vnd die frawen in iren nöten hört schreien. do hieß er besehen was der frawen geprest. In den dingen hört der künig ain stim die sprach. Auff dise stund ist ain kind hie geborn das wirt deiner tochter man. Der künig erschrack vnd west anders nit dann das die frau ain beürin wär vnd gedacht wie er fürkäm das sein tochter nit ainem baurn wurd. vnd schickt do zwen seiner diener in die mül das sie das kind töten soltent. Vnd des zuo ainer sicherheit so hieß er ym des kindes hertz bringen. vnd sprach er müest es haben zuo einer buoß. Die diener muosten dem kaiser genuog thuon. doch hetent sie gots forcht vnd woltent das kind nit töten. wann es gar ain hübsch knäblein was. vnd legtent es auff ain baum. darumb das etwer des kindes innen wurde. vnd brachten dem kaiser aines hasen hertz. das warff er den hunden dar. vnd maint er het dar mit fürkumen der stime weissagung. In den weilen iaget hertzog Hainrich von Schwaben auff dem wald vnd fand das kind ainig. vnd sach das es ain neü geborn kind was. vnd bracht es haimlich haim seiner frawen. die was vnberhafft. vnd bat sie das sie sich des kindes an näme. vnd sich in ain kintpet legt vnd das kind für ir aigen natürliches kind het. wann es yn von gott geschickt wär worden. Die hertzogin thet es geren. vnd allso ward das kind getaufft vnd ward Hainrich gehaissen. vnd das kint dorft niemand anders halten dann für ain hertzogen von Schwaben. Vnd do das kind allso erwuochs do ward es künig Cuonrad gesant zuo hoff. do hieß der künig den knaben gewonlicher vor ym stan dann die andern iungen herren die an seinem hoff warent von seiner kluogen weißheit vnd höfligkeit wegen. Nun kam

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Thomas Lirer: Schwäbische Chronik. Ulm: Konrad Dinckmut, 1486, Blatt 57r. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Thomas_Lirer_Schw%C3%A4bische_Chronik.djvu/115&oldid=- (Version vom 1.8.2018)