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„freien Sonntag“ hatte, das Geschäftliche persönlich übernehmen, also statt seiner auf „Wache zu ziehn“. Mein Vater fand dies immer etwas „inferior“ für einen Mann von seinen Qualitäten, jedenfalls aber sehr langweilig, weßhalb er nie unterließ, sich für die Nachmittags- und Abendstunden eine Spielpartie einzuladen. Da zu dieser, wenn irgend möglich, auch die beiden Doktoren der Stadt gehörten, so war er auf diese Weise ziemlich sicher, vor Mixturenmischen und Aehnlichem bewahrt zu bleiben. Solche Einladung an zwei, drei Freunde war auch an dem hier zu schildernden Tage ergangen, wir aber fuhren, in aller Frühe schon, auf die Oberförsterei zu, denn es war ein weiter Weg, erst Ahlbeck, dann Heringsdorf, dann Gothen und zuletzt Pudagla selbst, das in einem weiten Bezirk kostbarer alter Buchen lag. Nach dem Strand hin, in einiger Entfernung, erhob sich der Streckelberg, der höchste Berg dieser Gegenden, zu dessen Füßen Vineta gelegen haben soll. Um 10 waren wir draußen, frühstückten, und bewunderten zunächst ein junges Reh, das man, in einem Abschlag des großen Gemüsegartens, eingehegt hatte. Dann gingen wir zu Tisch. Gegen 4 Uhr, so war das Nachmittagsprogramm, wollten wir in den Wald und

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Theodor Fontane: Meine Kinderjahre. Berlin: F. Fontane & Co., 1894, Seite 177. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Theodor_Fontane_%E2%80%93_Meine_Kinderjahre.djvu/185&oldid=- (Version vom 1.8.2018)