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Vorrede.

Nachdem die wizigen Kopfe dieser gegenwärtigen Zeit so sehr zalreich und scharfsinnig geworden, so hat es das Ansehen, daß die Häupter der Kirche und des Staates anfangen, heftig darüber zu erschreken, und zu besorgen, es möchten diese Herren bey dem langen Frieden den wir geniessen, leicht Zeit und Weil finden, die Religion und die Regierung von ihren schwächern Seiten anzugreifen, und beyden gefährliche Hiebe anzubringen. Dieses zu verhintern, haben sie neulich viel Zeit und Nachdenkens auf gewisse Projekte gewendet, wodurch sie die starken und scharfschneidenden Waffen dieser Feinde unnüz machen, und sie von critisiren und raisonniren über so delicate Materien abhalten möchten. Nach langem sind sie über eines derselben einig geworden, dessen Ausführung aber viel Zeit und Mühe erfodert. Inzwischen da die Gefahr täglich anwächst, indem diese scharfsinnigen Köpfe stets frische und besorglich alle mit Dinte, Feder und Papier ausgerüstete Recrouten bekommen, woraus sie bey einer Stunde nach erhaltener Ordre, eine Menge Schmähschriften und andere feindselige Waffen verfertigen, und so zum würklichen Angrieffe bereit seyn können; so ward einmüthig geschlossen, es sey schlechterdings nothwendig, daß man sich eines geschwindern Mittels

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Jonathan Swift, übersetzt von Johann Heinrich Waser: Mährgen von der Tonne. [recte: Orell in Zürich], Hamburg und Leipzig 1758, Seite 48. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Swift-Maehrgen_von_der_Tonne-1758.djvu/57&oldid=- (Version vom 1.8.2018)