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ist. Nachdem er dieß mein Werk gesehen, und seinen Allmanach darüber zu Rath gezogen, sagte er mir: wie er nach Erwegung der Grösse und des Innhalts, als zwo Haupteigenschaften eines Buches, gefunden, daß es nicht eher abgehen würde, als nach einem langen Stillstand der Rechte; und auch dennzumal nicht, als nur in dem Fall, daß es ein Jahr würde, da die Rüben nicht wol geriethen. Die Noth trieb mich hierauf, daß ich ihn fragte, was etwa für eine Schrift diesen iztlaufenden Monat gut abgehen möchte? Er schaute nach Westen, und sagte: Ich vermuthe, wir werden schlecht Wetter bekommen. Wenn ihr fein geschwinde ein hübsches, kleines [1] Banter-Tractätgen verfertigen könntet, (aber nicht in Versen,) oder eine kleine Abhandlung von - - - es würde wie warme Semmel abgehen. Aber wenn sich das Wetter wieder aufkläret, so habe ich schon einen Autor bestellet, der etwas wider den Dr. Bentley schreiben soll, und ich bin versichert, es wird seine Liebhaber finden.

Endlich fanden wir doch ein Mittel, den Handel zu schliessen. Es ward nemlich verabredet, daß wenn ein Kundmann käme, und bey Anlaß dieser leztgemeldten Schriften zu wissen verlangte, wer der Verfasser dieses meines Werks sey, so sollte er ihm im Vertrauen und als ein guter Freund allemal denjenigen sinnreichen Kopf nennen, der in derselben Woche den Vorzug hätte. Und wenn Dürfeys lezte Komödie in Hochachtung seyn sollte, so wollte ich noch lieber, daß er der Verfasser meines


  1. Was Banter sey, erklärt eine Anmerkung bey der Apologie des Mährgens von der Tonne.
Empfohlene Zitierweise:
Jonathan Swift, übersetzt von Johann Heinrich Waser: Mährgen von der Tonne. [recte: Orell in Zürich], Hamburg und Leipzig 1758, Seite 258. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Swift-Maehrgen_von_der_Tonne-1758.djvu/277&oldid=- (Version vom 1.8.2018)