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Präsidentin (nach kurzem Kampfe mit sich selbst, setzt sich und schreibt, öffnet dann ihr Pult und nimmt Schriften heraus). Hier des Hauptmanns Unterschrift, hier die Belege des Prozesses und hier die Weisung an meinen Advokaten, die Klage zurück zu nehmen.

Alsdorff (empfängt die Papiere). Zuletzt –

Präsidentin. Noch nicht genug?

Alsdorff. Sie haben Ihre Nichte mit dem Marquis Dixième verlobt – die Verbindung muß ebenfalls gelöst werden.

Präsidentin. Also auch das noch? Daher kommen alle diese Sachen? Mein Herr, ich kann dazu nichts thun. Meine Nichte hat sich freiwillig verlobt.

Alsdorff. Ich kenne diese Freiwilligkeit. Doch mögen Sie Recht haben, darin nichts thun zu wollen. Ich werde es mit dem Marquis selbst abmachen.

Präsidentin. Sonach wären wir fertig?

Alsdorff. Ja.

Präsidentin. Und die Bücher?

Alsdorff. Bleiben vor der Hand bei mir, als Pfand, daß Sie Ihr Wort halten.

Präsidentin. Wer bürgt mir aber für Ihr Schweigen?

Alsdorff. Mein Wort.

Präsidentin. Ihr Wort?

Alsdorff. Sie sagen das so spöttisch, daß es mich beleidigt hätte, wenn Sie kein Frauenzimmer wären. Sie werden sich indeß mit meinem Worte begnügen müssen.

Präsidentin. Ich werde es müssen, ja, denn eine andere Bürgschaft ist doch von Ihnen nicht zu erlangen.

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Roderich Benedix: Das bemooste Haupt oder Der lange Israël. J. J. Weber, Leipzig 1846, Seite 65. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Roderich_Benedix_-_Das_bemooste_Haupt_(Leipzig_1846).pdf/65&oldid=- (Version vom 27.5.2020)