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Dritter Auftritt.
Amalie, Präsidentin.

Präsidentin. Unerträgliche Frechheit dieses Menschen!

Amalie (kalt). Ich habe seine Erzählung recht interessant gefunden.

Präsidentin. Das konnte ich erwarten von der empfindsamen Fräulein Nichte. Du wirst das ablegen müssen, wenn du mit dem Marquis vermält bist.

Amalie. Ablegen? Die wahrsten und schönsten Empfindungen?

Präsidentin. Sind nur in Romanen an ihrem Platze.


Vierter Auftritt.
Vorige, Hauptmann (küßt der Präsidentin die Hand).

Hauptmann. Wie haben Sie geschlafen?

Präsidentin. Schlecht. Haben Sie schon von der Beschimpfung gehört, die mir gestern Abend widerfahren ist?

Hauptmann. Ich habe davon gehört und bedaure recht sehr –

Präsidentin. Mit dem Bedauern ist es nicht abgethan. Ich erwarte, daß Sie mir Genugthuung verschaffen.

Hauptmann. Wie kann ich das?

Präsidentin. Indem Sie persönlich meine Klage bei den Gerichten gegen diesen Alsdorff unterstützen.

Hauptmann (lebhaft). Alsdorff?

Präsidentin. Er war der Rädelsführer.

Empfohlene Zitierweise:
Roderich Benedix: Das bemooste Haupt oder Der lange Israël. J. J. Weber, Leipzig 1846, Seite 38. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Roderich_Benedix_-_Das_bemooste_Haupt_(Leipzig_1846).pdf/38&oldid=- (Version vom 26.5.2020)