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Erwiderung.

Die Pomologische Sektion des Gartenbau-Vereines für die Preußischen Staaten hat sich erlaubt, im Mai v. J., einen Aufruf an die deutschen Pomologen mit der Bitte zu erlassen: ihr ein Verzeichniß derjenigen Früchte mittheilen zu wollen, welche sie nach ihren Erfahrungen für die besten und anbauwürdigsten erachteten. Es ward zugleich in diesem Aufrufe die Ueberzeugung ausgesprochen: daß es vornehmlich darauf ankomme, die große Zahl von Früchten zu beschränken, nur die besten auszuwählen, die werthlosen aber der Vergessenheit zu übergeben.

Dieser Aufruf hat Widerspruch erregt und das ist gut, denn nur aus dem Streite der Meinungen wird das Rechte erkannt, die Verständigung herbeigeführt. Diesmal jedoch scheint der Widerspruch mir nur auf einem Mißverständnisse zu beruhen. Möglich sogar, daß ich selber, als Konzipient jenes Aufrufes, ihn verschuldet habe.

Wie es wohl zu geschehen pflegt, habe ich, indem ich diese Zeilen niederschreibe, auch nicht ein einziges Exemplar jenes Aufrufes, auch das Manuscript nicht im Hause; ich bin daher nachzulesen verhindert, wie die Worte lauten. Sollte aber wirklich die Ansicht der Sektion auch ohne jede Beschränkung ausgesprochen seyn, so liegt diese Einschränkung, meines Erachtens, in der Natur der Sache, und mußte, dünkt mich, wohl vorausgesetzt werden. So hat dann auch Herr Professor Lange zu Altenburg den Sinn des Anfrufes gedeutet und ich unterschreibe gern das von ihm Gesagte. (Monatsschrift für Pomologie, 2. Heft.)

Nur ein paar Worte daher auf den Angriff des Herrn Dochnahl in den Juniblättern 54 der Pomona[WS 1], die mir zufällig jetzt erst zu Gesichte kommen. Herr Dochnahl nennt zwar keine Namen, bezeichnet jedoch die Richtung, und zu dieser hat die Pomologische Sektion sich bekannt. Wir müssen den Angriff daher auch als gegen uns gerichtet erachten.

In dieser Beziehung nur müssen wir erklären: daß wir sehr weit davon entfernt gewesen sind, der Wissenschaft irgendwie Fesseln anlegen zu wollen. Nur den praktischen Obstbau haben wir im Auge gehabt, nur zu seinen Gunsten die Beschränkung des Anbaues auf die besten Früchte in Vorschlag gebracht. Im Gegentheile hoffen und erwarten wir, daß die pomologische Wissenschaft auch fernerhin ihre ausgezeichneten Vertreter finden und daß es deren fortgesetzten, mühevollen Forschungen noch oft gelingen soll, uns im Laufe der Jahre auf manche treffliche Frucht aufmerksam zu machen, die wir entweder übersahen, oder die erst später auftauchen möchte. Gewiß werden Herrn Dochnahls eigene Forschungen und sein unermüdlicher Fleiß in solchen Bestrebungen nicht zurückbleiben, dergestalt, daß von ihm selber die praktische Pomologie noch manchen Gewinn zu ziehen hoffen darf.

Ob nun diese unsere unveräußerliche Achtung vor der Wissenschaft uns als gebildeten Männern nicht von vornherein zuzutrauen war; ob sie nicht zwischen den

Zeilen zu lesen war; ob endlich ein Angriff

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Die Empfehlung der Obstsorten und die Pseudo-Pomologen. In: Pomona. 3. Jg. (1854), Nr. 23/24, S. 89 ff. MDZ München
Empfohlene Zitierweise:
Ed. Lucas, J. G. C. Oberdieck (Hrsg.): Monatsschrift für Pomologie und praktischen Obstbau I. Franz Köhler, Stuttgart 1855, Seite 136. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Pomologische_Monatshefte_Heft_1_136.jpg&oldid=- (Version vom 1.8.2018)