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so sehr davon hingerissen sind, daß es ihnen fast unmöglich ist, sich davon loszusagen, und weil sie, ungeachtet ihrer öftern Versicherungen, daß ihr Herz an solchen Nichtigkeiten nicht hänge, dennoch dieselben mehr als Christum und sein heiliges Kreuz lieben. Wer seine eigene Glückseligkeit so wenig berücksichtigt, wird auch schwerlich die Wohlfahrt seines Nächsten zu befördern suchen.

Wenn wir endlich die Wirkungen und Folgen der üppigen Moden, Gebräuche, Ergötzungen und Zeitvertreibe der Menschen ernstlich erwägen, so kann es uns nicht entgehen, zu bemerken, wieviel Eitelkeit, Stolz, Müßiggang und sowohl Zeit- als Geldverschwendung, kurz, wieviel Elend sie schon in der Welt verbreitet haben und noch verbreiten. Wie viele Männer sind nicht dadurch von ihrer Mäßigkeit abgebracht, wie viele Weiber nicht von ihrer natürlichen Sanftmuth und Unschuld zu leichten, ausschweifenden, frechen, ja schändlichen Handlungen verleitet worden? Welche herrliche Besitzungen haben sie nicht in die größte Schuldenlast gestürzt? Wie ist nicht so oft durch sie die Keuschheit in die Schlingen der niederträchtigsten Verführer gerathen und die jugendliche Gesundheit durch die unnatürlichsten Krankheiten plötzlich untergraben worden, so daß die unglücklichen Sklaven ihrer zügellosen Begierden ihre übrigen Lebenstage unter beständigen Qualen zubringen mußten, welche die schrecklichen aber unvermeidlichen Folgen ihrer Ausschweifungen waren. Und so groß ist das Verderben der Menschen und die Macht des Lasters, daß Einige während ihrer Qualen die größte Mäßigkeit angeloben, sobald diese aber vorüber sind,

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Wilhelm Penn: Ohne Kreuz keine Krone. Georg Uslar, Pyrmont 1826, Seite 353. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Penn_Ohne_Kreuz_keine_Krone.djvu/361&oldid=3378593 (Version vom 1.8.2018)