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machen, ihren Gebrauch derselben nicht aufhebe. Allein sie haben vielleicht vergessen, oder wollen es sich nicht einfallen lassen, daß sie ja alle jene Gebräuche etc. für gleichgültige Dinge erklärt haben; und wenn dem so ist, - wie denn auch die Eitelkeit selbst nicht mehr verlangt, – so, sage ich, kann keine Schlußfolge klarer seyn, als die, daß sie alle diese Dinge nothwendig verlassen müssen, weil sie den Mißbrauch derselben eingestehen. Denn, wenn sie so gleichgültig sind, daß man sie zu jeder Zeit nach Belieben mitmachen oder unterlassen kann; so erfordert es gewiß unsere Pflicht, daß wir ihnen entsagen: da es klar am Tage liegt, daß unser Gebrauch derselben ihr allgemeines Uebermaß noch vermehrt, und Andere in ihrem Mißbrauche bestärkt, wenn sie sehen, daß Leute, die den Ruf eines ehrbaren Lebenswandels behaupten wollen, solche Thorheiten nachahmen, oder ihnen darin mit ihrem Beispiele vorangehen; denn das Beispiel macht immer einen noch weit stärkern Eindruck als die Lehre.[1]

§. 3. Jeder, der Anspruch auf ernstes Nachdenken macht, sollte sich genau prüfen, ob er nicht auf irgend eine Art zur Beförderung der herrschenden Ausschweifungen schon beigetragen habe, und daher keine Zeit verlieren, sich gänzlich von ihnen loszumachen, damit, wo sein voriges Beispiel Andern darin zur Aufmunterung diente, sein besserer Lebenswandel auch den Einfluß haben möge, ihrer Unmäßigkeit Einhalt zu thun. Weise Eltern entziehen ihren Kindern die Gegenstände, welche, so unschuldig sie auch an sich seyn mögen, eine zu große Gewalt über ihre schwachen Sinne ausüben, um sie davon zu


  1. Phil. 3, 17.
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Wilhelm Penn: Ohne Kreuz keine Krone. Georg Uslar, Pyrmont 1826, Seite 350. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Penn_Ohne_Kreuz_keine_Krone.djvu/358&oldid=3378590 (Version vom 1.8.2018)