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Achtzehntes Kapitel.

§. 1. Wenn man auch die eitlen Gebräuche etc. als gleichgültige Dinge betrachten könnte, so müssen sie dennoch, um des Mißbrauchs willen, den man davon macht, verworfen werden. §. 2. Selbst Diejenigen, die sie mitmachen, erkennen diesen Mißbrauch, und sollten deshalb davon abstehen. §. 3. Wer nur einigermaßen auf Ehrbarkeit Anspruch macht, sollte schon um des schlechten Beispiels willen solcher Ungebundenheit entsagen. Ein weiser Vater entzieht seinem Kinde den Gegenstand, an dem es zu sehr hängt; und wir sind ja verpflichtet, über uns selbst und über unsern Nächsten zu wachen. §. 4. Gott giebt in dem Beispiele mit der ehernen Schlange eine Belehrung, daß wir die Sachen, mit welchen ein Mißbrauch getrieben wird, bei Seite setzen sollen. §. 5. Möchte auch der Gebrauch dieser Dinge zuweilen zweckmäßig seyn, so müssen sie dennoch, sobald sie ein böses Beispiel geben, verworfen werden. §. 6. Wer sich noch solche Vergnügungen erlaubt, zeigt, daß er sie mehr als Christum und sein Kreuz liebt. – Von den Nachtheilen, die sie auf Personen und Vermögen, auf Leib und Seele[WS 1] haben. §. 7. Verständige Leute wissen, das dieses wahr ist; was die Schuldigen betrifft, so berufe ich mich auf den Zeugen Gottes in ihrem Herzen. Ihr Zustand ist dem des geistlichen Babylons ähnlich. §. 8. Mäßigkeit im Essen und Trinken, und Einfachheit in der Kleidung, tragen sehr zur Beförderung des Guten bei, wie der Apostel Paulus in seinen Episteln behauptet. §. 9. Mäßigkeit bereichert ein Land, und ist daher unter jeder Regierung sowohl eine politische als religiöse Tugend. §. 10. Wenn man seine Pflichten gegen Gott erfüllt hat, so ist es noch Zeit genug, an Erhohlung für sich selbst zu denken. §. 11. Vorschlag für die Obrigkeiten und für alle Menschen, wie sie ihre Zeit und ihr Geld zu bessern Zwecken verwenden können.


§. 1. Sollten nun auch alle jene eitlen Moden, Gebräuche und Ergötzungen wirklich so gleichgültig seyn, wie sie als schädlich und verderblich bewiesen worden sind, –

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Vorlage: fehlender Buchstabe ergänzt.
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Wilhelm Penn: Ohne Kreuz keine Krone. Georg Uslar, Pyrmont 1826, Seite 348. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Penn_Ohne_Kreuz_keine_Krone.djvu/356&oldid=3378588 (Version vom 1.8.2018)