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Dadurch, daß die Menschen ein Verlangen nach immer neuen Unterhaltungen äußern, und so viel Zeit und Geld darauf verwenden, geben sie nicht allein den Erfindern und Verbreitern solcher Thorheiten, die bloß zur Befriedigung eitler und üppiger Neigungen dienen, große Aufmunterung, mit ihren Bemühungen fortzufahren, sondern machen sich auch des Bösen dieser Beförderer der Ueppigkeit theilhaft, die auf eine elende Art ihren Witz anstrengen und ihre eigene Zeit verschwenden, um neue Zeitvertreibe für Andere zu erfinden. Fänden hingegen solche Menschen nicht die Unterstützung und Aufmunterung, die ihnen so allgemein gewähret wird, so könnten Mangel und Dürftigkeit die Mittel werden, sie, wie den verlornen Sohn, an ihres Vaters Haus zu erinnern. Denn, was auch Einige davon halten mögen, so hatte doch der Feind der wahren menschlichen Glückseligkeit unter allen seinen Verführungsmitteln nie angenehmere Lockspeisen, anziehendere Gegenstände, gefälligere Unterhaltungen, listigere Abgesandte, einnehmendere Prediger, bezauberndere Vorträge und hinreißendere Redner, durch welche er die Menschen anlocken und in sein Netz ziehen, und so ganz von aller Betrachtung göttlicher Dinge entfernen könnte, als der Putz, die Ergötzungen, Schauspiele und üblichen Zeitvertreibe unsers verwilderten Zeitalters sind, welche, als wahre Schulen der Ueppigkeit und Werkstätte des Verderbens, diese gerechte Rüge verdienen.


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Wilhelm Penn: Ohne Kreuz keine Krone. Georg Uslar, Pyrmont 1826, Seite 347. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Penn_Ohne_Kreuz_keine_Krone.djvu/355&oldid=3378587 (Version vom 1.8.2018)