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ihr an sündlichen Eitelkeiten ein Vergnügen, und ziehen Jene aus der Besorgung derselben einen Vortheil, so müßt ihr euch auch gefallen lassen, daß sie euch beiden zur Pein und Strafe dienen, bis der Eine ohne solche Thorheiten zu leben gelernt, und der Andere eine ehrlichere Beschäftigung gefunden hat. Es ist die Eitelkeit der wenigen Großen, welche den vielen Kleinen so viel zu schaffen macht; denn wenn jene nicht alle Schranken überschritten, so würden diese nicht nöthig haben, so hart für sie zu arbeiten. Wollten daher nur die Menschen mit Wenigem, oder mit dem Unentbehrlichen sich begnügen, wie die ersten Christen thaten, so würde Manches bei weitem nicht so theuer und das Leben überhaupt viel leichter zu erhalten seyn. Hätten die Gutsbesitzer nicht so Viel zur Befriedigung ihrer Leidenschaften nöthig, so brauchten ihre Pächter keine so hohe Pacht zu bezahlen, könnten aus einem unbemittelten Stande sich zur Wohlhabenheit hinauf arbeiten, und ihren Kindern ehrliche, häusliche Beschäftigungen geben; wohingegen diese oft genöthigt sind, sich auf Nebenwegen in der Welt durchzuschlagen, und daher nicht selten zu unerlaubten oder lasterhaften Erwerbsmitteln greifen.

Wenn wir einsichtsvollen Landwirthen Glauben beimessen wollen, so ließe sich der Ertrag sehr vieler Ländereien noch bis aufs Doppelte vermehren, wenn es nicht an thätigen Menschen dazu fehlte. Eben so könnten auch noch mehrere Hände bei dem Betriebe erlaubter und nützlicher Manufakturen angebracht werden. Das würde die Fabrikate billiger im Preise machen, ihren Absatz vermehren und der ganzen Welt Vortheil bringen. Dadurch aber, daß die Unterhaltung der städtischen Eitelkeit dem Ackerbaue

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Wilhelm Penn: Ohne Kreuz keine Krone. Georg Uslar, Pyrmont 1826, Seite 339. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Penn_Ohne_Kreuz_keine_Krone.djvu/347&oldid=3378579 (Version vom 1.8.2018)