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eines verschwenderischen Charaxus, eines üppigen Aristippus und zu den Gebräuchen solcher Weiber, wie die schändliche Clytemnestra , die geschminkte Isabel, die unzüchtige Campaspe, die freche Posthumia, die berüchtigte Lais von Korinth, die unverschämte Flora, die prachtliebende ägyptische Kleopatra, und die schamlose Messalina. Männer und Weiber wie diese, die, mit unauslöschlicher Schande gebrandmarkt, einen bösen Geruch durch alle Zeitalter verbreitet haben; aber nicht die heiligen, sich selbst verleugnenden Männer und Weiber der Vorzeit, waren solchen eitlen Belustigungen ergeben. Ja, selbst die aufgeklärten Heiden verabscheueten sie, und zwar – wie allgemein zugestanden wird, – aus sehr edlen, moralischen Beweggründen. Wir finden keine Begünstigung derselben in Plato’s oder in Seneka’s Werken. Pythagoras, Sokrates, Phocion, Zeno und Andere, hatten sich an solche Erhohlungen nicht gewöhnt. Die tugendhafte Penelope, die keusche Lucretia, die ernste Kornelia und mehrere ihres Gleichen, fanden angenehme Beschäftigungen genug unter ihren Kindern, Dienstboten und Nachbarn; und wiewohl sie von hoher Abkunft waren, so bestand dennoch, nächst ihren Andachtsübungen, ihr größtes Vergnügen in Spinnen, Weben, Nähen, oder andern häuslichen Arbeiten und lobenswerthen Verrichtungen. Diese, welche Heiden genannt werden, zeigten in ihren Handlungen mehr wahres Christenthum, als die jetzigen Verehrer und Vertheidiger der eitlen Moden, üppigen Gebräuche und sinnlichen Ergötzungen, die, aller ihrer Thorheiten ungeachtet, sich dennoch Christen nennen.

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Wilhelm Penn: Ohne Kreuz keine Krone. Georg Uslar, Pyrmont 1826, Seite 331. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Penn_Ohne_Kreuz_keine_Krone.djvu/339&oldid=3378571 (Version vom 1.8.2018)