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demselben einhertreten können; ach nein! sondern so, daß wir alle solche weltliche Freuden und thörichte Unterhaltungen verlassen, ja, zuweilen sogar erlaubte Genüsse verleugnen, und sowohl den Verlust unserer Güter, als auch den Spott und die Verachtung der Unwissenden und die ungerechte Behandlung unserer grausamen Verfolger mit freudiger Ergebung erdulden müssen.[1] Wäre der Gebrauch und Genuß weltlicher Pracht und Freuden der Natur und Eigenschaft seines Reiches angemessen gewesen, so würde es ihm gewiß an einer großen Verschiedenheit solcher Vergnügungen nie gemangelt haben; da er, – wie auch seinen Nachfolgern wiederfährt, – mit nichts Geringerm, als mit der Herrlichkeit der ganzen Welt versucht ward. Aber Er, der seinen Jüngern befahl, „ein anderes Vaterland zu suchen, und sich Schätze für den Himmel zu sammeln, die nie vergehen;“ der ihnen gebot, „nicht ängstlich zu sorgen, was sie essen, oder trinken, oder anziehen sollten, weil dieses die Sorgen der Heiden wären, die Gott nicht kenneten;“ – daher denn auch die Christen, die ihn zu kennen vorgaben, sich mit Nahrung und Kleidern begnügen müssen;[2] – Er, der Herr Jesus Christus, sag’ ich, entsagte Allem, und schärfte durch ein himmlisches Beispiel seine Lehre ein, die in der bestimmten Erklärung bestand, „daß Jeder, der sein Jünger seyn wolle, dasselbe Kreuz aufnehmen und ihm nachfolgen müsse.“[3]

§. 3. Und o! Wer will ihm folgen? Wer will ein wahrer Christ seyn? – Wir dürfen nicht denken, wir könnten einen andern Weg einschlagen, als der Herzog


  1. Matth. 10, 37. 38.
  2. 1 Tim. 6, 6–11.
  3. Luk. 14, 26. 27. 33.
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Wilhelm Penn: Ohne Kreuz keine Krone. Georg Uslar, Pyrmont 1826, Seite 316. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Penn_Ohne_Kreuz_keine_Krone.djvu/324&oldid=3378556 (Version vom 1.8.2018)