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werden, und, mit festem Vertrauen auf ihre Unschädlichkeit, sie sogar in Schutz nehmen.

§. 10. Da nun aber eine solche Lebensweise, die nach den Erfindungen der Sinnlichkeit geführt wird, keinesweges mit der Selbstverleugnung übereinstimmt, sondern im Gegentheile bloß die Befriedigung der Augenlust, der Fleischeslust und des hoffärtigen Lebens zum Ziele hat, und die Gemüther der Menschen mit Dingen beschäftigt, die sie für den Genuß wahrer himmlischer Freuden ganz untüchtig machen; so sei es Allen, die solchen Dingen ergeben sind, hierdurch kund, daß das göttliche Leben und die Freuden des Christen von ganz anderer Art als die Freuden der Welt sind, wie auch bereits oben erklärt worden ist; daß die wahren Jünger Jesu allen Gegenständen und Beschäftigungen der Welt, die ihre Gemüther von Gott abziehen, gekreuziget werden, und daß ihre Neigungen auf erhabenere, geistige Gegenstände gerichtet sind; so, daß sie die Dinge dieser Welt, selbst in ihren unschuldigsten Genüssen, gebrauchen, als gebrauchten sie dieselben nicht. Wollen sie sich aber irgend ein Vergnügen machen, so finden sie dasselbe in solchen guten Handlungen, wie wir oben bemerkt haben, die auf eine oder die andere Art Andern zur Wohlthat gereichen, wodurch Gott über Alles Sichtbare geehret, dem Lande ein Dienst geleistet, oder das gemeine Wohl befördert wird. Auf diese Weise geben sie Andern ein gutes Beispiel, leben selbst in dieser Welt glücklich, und hinterlassen der Nachwelt eine angenehme Erinnerung; indem sie das Sichtbare und Vergängliche mit einer gegründeten Hoffnung verlassen, daß ihnen zur rechten Hand Gottes ewige Freude und Wonne zu Theil

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Wilhelm Penn: Ohne Kreuz keine Krone. Georg Uslar, Pyrmont 1826, Seite 311. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Penn_Ohne_Kreuz_keine_Krone.djvu/319&oldid=3378551 (Version vom 1.8.2018)