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selbst eine bloße Erdichtung seyn, wie Einige behaupten wollen, und Andere daher auch geneigt sind zu glauben.[1] Nein! solche weltliche Freuden finden im Reiche Gottes nicht Statt, und müssen daher aus dem Gebiete des Christenthumes auf immer gänzlich verwiesen werden. Denn ich behaupte, daß sie für Jeden, der Gott in seinem Innern kennt, und ein Gefühl von seiner beseligenden Gegenwart hat, ein wahrer Tod sind. Ja, sie sind auch gefährlicher und mehr geeignet, das Gemüth von den Beschäftigungen mit göttlichen Gegenständen abzuziehen, als die gröbern Ausschweifungen, deren Abscheulichkeit leichter in die Augen fällt, und welche daher auch den Vielen schon durch Hülfe ihrer Erziehung und gewohnten Mäßigkeit, oder aus natürlichem Widerwillen verabscheuet werden; so wie sie auch, wenn sie begangen sind, allezeit einen ihnen angemessenen hohen Grad der überzeugenden Unruhe und Bestrafung mit sich führen. Die vorgeblich unschuldigen Vergnügungen, diese vermeinten unschädlichen Erheiterungen hingegen, schleichen sich unmerklich in das Gemüth ein, und können eben deshalb desto zerstörender um sich greifen. Denn da sie die Sinne sanft ansprechen, so gewinnen sie auch leicht Eingang, und jemehr sie den Anschein der Unschuld haben, desto stärker fesseln sie die Gemüther durch Allgemeinheit des Gebrauchs, bis die Menschen, durch öftern Genuß, sich so sehr daran gewöhnen, daß sie gegen die üblen Folgen derselben ganz unempfindlich


  1. Spr. Sal. 18, 14. Ps. 51, 17. Matth. 5, 4. Luk. 6, 25. Röm. 2, 7. Ps. 40, 8. Röm. 7, 22. Ebr. 11, 13–16. Röm. 1, 25–30
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Wilhelm Penn: Ohne Kreuz keine Krone. Georg Uslar, Pyrmont 1826, Seite 310. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Penn_Ohne_Kreuz_keine_Krone.djvu/318&oldid=3378550 (Version vom 1.8.2018)