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als die Schauspiele sind, für den Leichtsinn der Menschen hätten erdacht werden können; – wie sich aus dem Folgenden auch noch deutlicher entwickeln wird; – so werden, dessenungeachtet, die der Tugend so gefährlichen Theater noch immer unterstützt und unterhalten. Und gewiß, nur das außerordentliche Vergnügen, welches die Menschen darin finden, kann ihre Augen so sehr verblenden, daß sie das Schädliche derselben nicht einsehen.

§. 9. Auch erzeugen diese Zerstreuungsmittel eine gänzliche Abneigung gegen ernste und gründliche Betrachtungen religiöser Gegenstände; indem sie die Gemüther der Menschen mit Rückerinnerungen an die verschiedenen abenteuerlichen Begebenheiten, mit denen sie unterhalten wurden, unaufhörlich erfüllen, und dadurch, besonders bei jungen Leuten, die Einbildungskraft erhitzen und die Leidenschaften aufregen. Die andern gewöhnlichen Belustigungen, nämlich die Bälle, Gastereien, Spiele, u. dgl. haben oft ähnliche nachtheilige Folgen, wie die vielen Zänkereien und Feindseligkeiten, Zweikämpfe, Zeit- und Vermögensverschwendungen, u. s. w. die sie nicht selten veranlassen, leider überflüssig beweisen. Kurz, es sind Gebräuche, die unter den Heiden, die Gott nicht kannten, nie aber unter den Gläubigen, die ihn fürchteten, üblich waren. Selbst die Bessern unter den Heiden, z. B. Anaxagoras, Sokrates, Plato, Antisthenes, Heraklit, Zeno, Aristides, Kato, Cicero, Epiktet, Seneka, und Andere, haben in ihren Schriften ihren Abscheu vor solchen Dingen an den Tag gelegt, die ihnen hassenswürdig waren, und sowohl gegen die Ehre des unsterblichen Gottes, als auch gegen alle gute Ordnung

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Wilhelm Penn: Ohne Kreuz keine Krone. Georg Uslar, Pyrmont 1826, Seite 307. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Penn_Ohne_Kreuz_keine_Krone.djvu/315&oldid=3378547 (Version vom 1.8.2018)