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auf die ewige Wohnung vorbereiten, das Gemüth mit wahrhaft guten, himmlischen Gegenständen beschäftigen und den Beispielen der Gläubigen einer glücklichen Vorzeit nachstreben. Es kann nur Solchen zuwider seyn, welche von der Lehre, von dem Leben, dem Tode und der Auferstehung Christi keine wahre Erkenntniß haben, und deren Gemüther nur auf sinnliche Gegenstände gerichtet sind, von denen sie hingerissen, getäuscht und ins Verderben gezogen werden. Ja, es kann endlich nur Denen verächtlich und anstößig vorkommen, die den Himmel verachten und die unsichtbaren, aber ewig dauernden Freuden des Geistes, dem Genusse einiger armseligen, vorübergehenden Ergötzungen der Sinne aufopfern. Läßt sich von Solchen wohl sagen, „daß sie in Jesum Christum, in sein heiliges Leben, in seine schmerzhaften Leiden, in seinen schmachvollen Tod getauft, und mit ihm zu einem Verlangen nach unsterblichen Genüssen, zu himmlischen Betrachtungen, zu einem neuen göttlichen Leben erwecket und auferstanden sind? daß sie in der Erkenntniß der göttlichen Geheimnisse und in der Heiligkeit wachsen, bis sie zu der völligen Größe Christi hinankommen, und Ihm ähnlich werden, der das große Muster Aller ist?“[1] Ich sage, ob diese nothwendigen Eigenschaften eines Christen bei ihnen anzutreffen sind, und was sie davon erfahren haben, möge, nach ernster Untersuchung und kalter Ueberlegung, ihr eigenes Gewissen ihnen beantworten.

§. 8. Die große Liebe, mit welcher die Menschen an eitlen Moden und Zeitvertreiben hängen, beweiset aber


  1. Röm. 6, 3–8. 1 Kor. 12, 13. Gal. 3, 27. Kol. 2, 12. 13. Eph. 4, 13.
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Wilhelm Penn: Ohne Kreuz keine Krone. Georg Uslar, Pyrmont 1826, Seite 304. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Penn_Ohne_Kreuz_keine_Krone.djvu/312&oldid=3378544 (Version vom 1.8.2018)