Seite:Penn Ohne Kreuz keine Krone.djvu/308

Fertig. Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle korrekturgelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.

darin, daß sie sich oft von allen weltlichen Gegenständen zurückziehen, um, in geheimen und stillen Betrachtungen über das göttliche Leben und himmlische Erbe, daß Naheseyn des Herrn zu genießen. – Und dieses zu versäumen, um, unter dem Vorwande der Erholung, andern Vergnügungen nachzugehen, ist in der That höchst strafbare Lüsternheit und verwerfliche Ungottseligkeit.

Es ist eine sehr gewöhnliche, aber eben so nichtige Einwendung, wenn Einige sagen, daß sie sich doch nicht beständig mit ernsthaften Gegenständen beschäftigen könnten, und es ihnen daher nicht zu verargen sei, wenn sie sich die allgemein üblichen Zerstreuungen erlaubten. Denn ich frage, was sie denn eigentlich begehren? Was sie thun und haben wollen? Wer ein ordentliches Geschäft oder Gewerbe treibt, kann kaum Zeit finden, die Hälfte von Dem, was oben anempfohlen ist, zu thun. Und was Diejenigen betrifft, die nichts zu thun haben, – und daher auch gewöhnlich nichts thun, als, was das schlimmste von Allem ist, nämlich sündigen; – so habe ich ihnen ja eine Menge angenehmer, nützlicher und selbst ehrenvoller Beschäftigungen und Vergnügungen vorgeschlagen, unter welchen sie eine oder die andere wählen könnten. Allein das sind keine Erhohlungen für sie. Die Dinge, an denen sie das größte Behagen finden, sind: Schauspiele, Bälle, Karten, Würfel u. s. w., oder: Trinken, Schwärmen, Schwelgen und dergleichen, und zwar vom Morgen bis in die Nacht; ja, sie verwandeln die Nächte in Tage und verkehren die Ordnung der Natur, um ihre verderbten Neigungen zu befriedigen.[1] Und müßten sie nicht essen und schlafen, so würden


  1. Amos 6, 3–8.
Empfohlene Zitierweise:
Wilhelm Penn: Ohne Kreuz keine Krone. Georg Uslar, Pyrmont 1826, Seite 300. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Penn_Ohne_Kreuz_keine_Krone.djvu/308&oldid=3378540 (Version vom 1.8.2018)