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unser Herr hier unter Essen, Trinken und Kleidern alle äußern Dinge überhaupt verstehet; da sie, als sichtbare Dinge, den unsichtbaren und himmlischen, die das Reich Gottes und seine Gerechtigkeit betreffen, entgegengesetzt, und auch als Diejenigen, um welche die Jünger nicht besorgt seyn sollen, doch an sich die unschuldigsten und nothwendigsten sind. Wenn nun aber die Gemüther der Nachfolger Jesu sogar in solchen Fällen nicht besorgt seyn sollen, wie viel weniger dürfen sie sich denn um die thörichten und eitlen Moden und Gebräuche der Welt bekümmern, die keinen andern Zweck haben, als die sinnlichen Neigungen irdischgesinnter Menschen zu befriedigen. Dann folgt hieraus auch eben so klar, daß Diejenigen, die in solchen weltlichen und üppigen Dingen leben, keine Nachfolger Jesu, sondern „den Heiden oder Völkern der Welt gleich sind, die Gott nicht kennen.“[1] Und da also die wahren Jünger Jesu und die Anhänger an den vergänglichen Dingen der Welt, sich offenbar darin von einander unterscheiden, daß die Erstern die himmlischen Dinge wahrnehmen, die das Reich Gottes betreffen, das in Gerechtigkeit, in Frieden und in Freude im heiligen Geiste bestehet, und um äußere Gegenstände, selbst um die unschuldigsten und nothwendigsten, nicht ängstlich besorgt sind, und die Andern ihre vornehmste Aufmerksamkeit auf Essen, Trinken und Kleider richten, und den Angelegenheiten, den Freuden, Vergnügungen, Vortheilen und der Ehre der Welt nachstreben; so laßt mich euch, ihr Bewohner Englands! um eures ewigen Heils willen bitten, einmal recht ernstlich über euch selbst nachzudenken.


  1. Luk. 12, 22–30.
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Wilhelm Penn: Ohne Kreuz keine Krone. Georg Uslar, Pyrmont 1826, Seite 293. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Penn_Ohne_Kreuz_keine_Krone.djvu/301&oldid=3378533 (Version vom 1.8.2018)