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sondern, sie zu vermehren; und wenn daher Jemand denkt, er brauche es so genau nicht zu nehmen, als Jene, der hat gewiß nöthig, besser zu handeln als er denkt. Ich behaupte, daß die Moden und Vergnügungen, die man jetzt so sehr erhebt, dem Zwecke der Schöpfung des Menschen sehr entgegen wirken, und daß die Untugenden, die sie begleiten, nämlich: Ausschweifung, Müßiggang, Verschwendung, Stolz, Lüsternheit, Ansehen der Person um der prächtigen Kleider willen, und mehrere solcher schlechten Früchte, sowohl der Pflicht und Vernunft, als auch dem wahren Vergnügen des Menschen zuwider sind, und mit der Weisheit, Erkenntniß, Selbstständigkeit, Mäßigkeit und Betriebsamkeit, welche ihn wahrhaft edel und gut machen, auf keine Weise sich vereinigen lassen.

§. 9. Auch haben die heiligen Menschen der Vorzeit, welche uns die Schrift als würdige Muster zur Nachahmung empfiehlt, die hier getadelten Dinge weder gestattet noch selbst gebraucht. Abraham, Isaak und Jakob, waren Männer von einfachen Sitten; Hirten, aber doch Fürsten in ihren Familien und über ihre Heerden. Sie bekümmerten sich nicht um die eitlen Dinge, in welchen das gegenwärtige Geschlecht lebt und sich ergötzt; denn sie suchten in Allem, was sie thaten, „durch den Glauben Gott wohlgefällig zu werden.“ Abraham verließ sein väterliches Haus, seine Verwandte und sein Vaterland, und ward dadurch ein wahres Vorbild und Muster der Selbstverleugnung, welche alle üben müssen, die seine Nachfolger seyn wollen. Diese dürfen nicht denken, in den Moden, Gebräuchen und Vergnügungen fortleben zu wollen, welche sie zu verlassen ermahnet und aufgefordert

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Wilhelm Penn: Ohne Kreuz keine Krone. Georg Uslar, Pyrmont 1826, Seite 285. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Penn_Ohne_Kreuz_keine_Krone.djvu/293&oldid=3378525 (Version vom 1.8.2018)