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finden sei. Selbst unter einigen Negern und Indianern findet man noch jetzt unverkennbare Spuren von Unschuld und Reinheit der Sitten. Sie beobachten bei ihrem Handel ein einfachen und gerades Benehmen, und wenn ein Christ, – der freilich wohl von einer besondern Art seyn muß, – ein schmutziges Wort ausstößt, so haben sie den Gebrauch, daß sie ihm, um ihm seine Unschicklichkeit fühlen zu lassen, ein Gefäß mit Wasser reichen, damit er seinen Mund reinigen möge. Wie sehr klagen nicht solche Tugenden und vernünftige Beispiele Diejenigen, die sich zum Christenthume bekennen, der gröbsten Thorheit und Zügellosigkeit an! O! möchten doch die Menschen die Furcht Gottes vor Augen haben! Möchten sie so viel Mitleid mit sich selbst haben, daß sie bedächten, welches Ursprunges sie sind, was sie thun und treiben, und wohin sie zurückkehren müssen; damit sie edlere, tugendhaftere, vernünftigere und himmlische Dinge zu Gegenständen ihrer Freude und Erhohlung wählten, und einmal überzeugt würden, wie unverträglich die Thorheiten, Eitelkeiten und Vergnügungen, denen sie sich größtentheils ergeben haben, mit dem wahren Adel vernünftiger Wesen sind! Ja, möchten sie endlich dem göttlichen Einflusse, der die tugendhaften Heiden leitete, Gehör geben; damit es nicht diesen am Tage des Gerichts erträglicher als ihnen erginge! Denn wenn Jene, von geringerer Einsicht und unvollkommener Erkenntniß, schon so viele eitle Dinge entdeckten und einsahen; wenn ihr geringeres Maß von Licht dieselben verwarf, und sie, aus Gehorsam gegen dasselbe, sich von ihnen losrissen; was wird denn nicht von den Christen erwartet? – Christus kam nicht, um diese Erkenntniß auszulöschen,

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Wilhelm Penn: Ohne Kreuz keine Krone. Georg Uslar, Pyrmont 1826, Seite 284. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Penn_Ohne_Kreuz_keine_Krone.djvu/292&oldid=3378524 (Version vom 1.8.2018)