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Lagern und treibet Ueberfluß mit eueren Betten! Ihr esset die Lämmer aus der Heerde, und die gemästeten Kälber; und spielet auf dem Psalter, (singet zu dem Saitenspiele,) und erdichtet euch Lieder, (erfindet euch musikalische Instrumente,) wie David! Ihr trinket Wein aus den Schalen, und salbet euch mit Balsam; aber ihr bekümmert euch nicht um den Schaden Josephs!“[1] Dieses waren, wie es scheint, die Laster, denen die entarteten Juden bei allen ihren Ansprüchen auf Religiosität ergeben waren; und sind nicht heutiges Tages dieselben Uebel auch unter den Christen herrschend geworden? – Allerdings! und sie machen einen großen Theil der Ueppigkeit aus, die ich in dieser Abhandlung angreife. Denk an den reichen Mann, der mit seiner ganzen Pracht und Herrlichkeit, und bei allen seinen hohen Genüssen verloren ging; und erinnere dich, was für ein schweres Wehe der Apostel über Diejenigen ausspricht, „deren Bauch ihr Gott ist, und die in ihrer Schande eine Ehre suchen.“[2]

Christus redet von der Ueppigkeit als von Etwas, das an den Höfen weltlicher Könige anzutreffen ist, in seinem Reiche aber nicht Statt findet, und seinen Nachfolgern nicht geziemet. Daher war auch sein Fest, das er der Menge gab, und welches eins seiner Wunder war, ganz einfach und ohne Vorbereitung. Er gab den Leuten reichlich, aber nichts Seltenes, oder Etwas das durch die Kochkunst zubereitet war; dennoch aßen sie es gern, weil sie Hunger hatten, welcher auch immer das


  1. Amos 6, 3. 4. 5. 6.
  2. Phil. 5, 19.
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Wilhelm Penn: Ohne Kreuz keine Krone. Georg Uslar, Pyrmont 1826, Seite 275. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Penn_Ohne_Kreuz_keine_Krone.djvu/283&oldid=3378515 (Version vom 1.8.2018)