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ist. §. 5. Die jetzt gebräuchlichen Vergnügungen schaden der Tugend, und entspringen aus dem entarteten Zustande des Menschen. §. 6. Der Zweck der Kleidung ist erlaubt, aber der Mißbrauch desselben zu tadeln. §. 7. Das vornehmste Vergnügen guter Menschen der Vorzeit bestand darin, daß sie Gott dienten, ihren Nebenmenschen Gutes erwiesen, und ehrlichen Berufsgeschäften, aber nicht eitlen Vergnügungen und Belustigungen nachgingen. §. 8. Schon die Heiden kannten und thaten etwas Besseres. – Einige wilde Völker übertreffen die Christenthumsbekenner an Mäßigkeit und Nüchternheit des Lebens. §. 9. In dem Gleichnisse vom reichen Manne wird das üppige Leben verdammt. §. 10. Die Lehren der heiligen Schrift sind durchaus dagegen.



§. 1. Jetzt komme ich zur Betrachtung einer dem Geitze ganz entgegengesetzten Leidenschaft: der Ueppigkeit, die in Befriedigung der Prachtliebe und eines ausschweifenden Hanges zur Bequemlichkeit und zu Vergnügungen bestehet. Sie ist das letzte Laster, welches ich in der gegenwärtigen Abhandlung über das heilige Kreuz Christi angreife, dessen göttliche Kraft und Wirkung allein vermögend ist, dieses eben so ansteckende als tödtliche Uebel zu zerstören und auszurotten. Es ist eine Untugend, die sich in alle Stände einschleicht; welche die Aermsten hinreißt, daß sie ihre Kräfte überschreiten, um ihre üppigen Neigungen zu befriedigen, und die Reichen so sehr einnimmt, daß sie die innern Züchtigungen Jesu, den sie dennoch ihren Heiland nennen, ganz aus den Augen setzen, und sich den Vergnügungen der Augenlust, der Fleischeslust und des hoffärtigen Lebens so sehr ergeben, als wenn nicht Selbstverleugnung und Unterwerfung unter

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Wilhelm Penn: Ohne Kreuz keine Krone. Georg Uslar, Pyrmont 1826, Seite 270. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Penn_Ohne_Kreuz_keine_Krone.djvu/278&oldid=3378510 (Version vom 1.8.2018)