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als wenn der Mensch das liebt, was weder gut ist; noch Jemand gut machen kann? das so gemein ist, daß es sich auch in den Händen der gottlosesten Menschen befindet? das oft sehr gute Sitten verdirbt, aber nie zu ihrer Veredlung dienet? ohne welches schon so viele Weise glücklich waren, und wodurch so viele Gottlose zu einem elenden Ende gebracht werden? Kurz, was ist scheuslicher, als Lebendige an Todte binden, wie Mezentius that, damit ihr Tod desto schmachtender und grausamer seyn möchte? nämlich, den Geist an den Auswurf und Abschaum der Erde binden, um seine Seele mit tausend Qualen zu ängstigen, welche die beständigen Begleiter einer leidenschaftlichen Liebe zum Gelde sind; oder sich in den Banden und Schlingen so schädlicher Dinge verwickeln, welche die heilige Schrift Dornen, Diebe, die das Herz des Menschen stehlen, Stricke des Teufels, Abgötterei und die Wurzel alles Bösen nennt. Und wahrlich! wenn alle üble Wirkungen des Neides und Verdrusses, die der Reichthum in den Herzen der Menschen erzeugt, recht erkannt und erwogen werden, so muß man ihn eher hassen und fliehen, als lieben und suchen. Die Armuth muß freilich Vieles entbehren, der Geitz entbehrt aber Alles! Der Geitzige ist keines Menschen Freund, aber sein eigener größter Feind!“ – So sagt Charron, ein weiser und großer Mann. Mein drittes Zeugniß nehme ich aus einem Schriftsteller, der wahrscheinlich Einigen seines Witzes wegen sehr gefallen wird. Möge man aber auch seine moralischen Bemerkungen und seine reife Beurtheilung eben so sehr schätzen.

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Wilhelm Penn: Ohne Kreuz keine Krone. Georg Uslar, Pyrmont 1826, Seite 266. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Penn_Ohne_Kreuz_keine_Krone.djvu/274&oldid=3378506 (Version vom 1.8.2018)