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darüber unter dem Titel: Das Gleichniß vom ungerechten Mammon, herausgegeben, worauf ich den Leser verweise. Der zweite Verfasser ist:

§. 21. Peter Charron, ein, besonders wegen seines Buches über die Weisheit, berühmter, französischer Schriftsteller. Er hat ein Kapitel gegen den Geitz, worin er sagt: „Reichthum lieben und daran hängen, ist Geitz; doch macht nicht allein diese Liebe und Anhänglichkeit, sondern vielmehr das allzueifrige Streben und Trachten nach Reichthum eigentlich den Geitz aus. Das Verlangen nach Reichthum, und das Vergnügen, welches wir in seinem Besitze finden, gründet sich bloß auf unsere Meinung davon. Das unmäßige Verlangen, reich zu werden, ist wie ein Krebsschaden in der Seele, der mit giftigem Brande unsere natürlichen Neigungen verzehrt, und uns mit bösartigen Säften anfüllt. Sobald dieses Verlangen sich unserer Herzen bemächtigt hat, erlöscht alle wahre und natürliche Zuneigung zu unsern Eltern und Freunden, sogar zu und selbst; indem Alles, was nicht auf Gewinn Bezug hat, uns als nichtig erscheint. Ja, wir vernachlässigen und vergessen endlich, um der vergänglichen Dinge willen, uns selbst, unsern Körper und Geist, und, wie daß Sprichwort sagt‚ „verkaufen das Pferd um Heu anzuschaffen“.“

„Der Geitz ist die schändliche und niedrige Leidenschaft gemeiner Thoren, welche Reichthum für das edelste Gut des Menschen halten, und Armuth als daß größte Uebel scheuen? Diese, nicht zufrieden mit den nothwendigen Dingen des Lebens, wägen die Güter der Erde in einer Goldwage, da doch die Natur uns lehret, sie nach dem Maßstabe des Bedürfnisses zu messen. Welche Thorheit

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Wilhelm Penn: Ohne Kreuz keine Krone. Georg Uslar, Pyrmont 1826, Seite 264. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Penn_Ohne_Kreuz_keine_Krone.djvu/272&oldid=3378504 (Version vom 1.8.2018)