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die Armen sich nicht fürchten dürfen, Etwas zu verlieren, dessen sie sich nicht erfreuen. So ist er arm durch Ueberschätzung seines Reichthumes; und gewiß ist er elend, da er mit vollem Geldbeutel in einem Speisehause Hunger leidet. Doch wer weiß, ob er nicht, da das Geld sein Gott ist, vielleicht dafür hält, es sei unnatürlich, den Gegenstand seiner Anbetung zu verzehren!

§. 17. Was endlich dieses Laster noch verabscheuungswürdiger macht, ist, daß es dem Menschen das Leben verkürzt; und ich habe selbst Einige gekannt, die durch ihre Geldbegierde sich vor der Zeit ins Grab brachten. Diese konnten, ihrem Grundsatze getreu, sich nicht entschließen, die Ausgabe für einen Arzt zu bewilligen, der vielleicht den armen Sklaven das Leben gerettet hätte, und starben also, bloß um Kosten zu ersparen; – eine Standhaftigkeit, die sie zu Märtyrern der Geldliebe erhebt!

§. 18. Laßt uns nun aber auch sehen, was für Beispiele wir in der heiligen Schrift antreffen, die solchen niederträchtigen Schatzsammlern und Geldverbergern zur Bestrafung dienen. Wir finden, daß einst ein gutscheinender Jüngling zu Christo kam, und nach dem Wege zum ewigen Leben fragte. Christus sagte ihm, „Er kenne ja die Gebote.“ Seine Antwort war: „er habe sie von Jugend auf gehalten.“ Es scheint, er war kein ausschweifender Mensch. – Dies sind auch die Geitzigen gewöhnlich nicht, weil Ausschweifungen mit Kosten verbunden sind. – Doch Christus erwiederte: „Eins fehlt dir noch. Geh! verkaufe Alles, was du hast, und

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Wilhelm Penn: Ohne Kreuz keine Krone. Georg Uslar, Pyrmont 1826, Seite 259. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Penn_Ohne_Kreuz_keine_Krone.djvu/267&oldid=3378499 (Version vom 1.8.2018)