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sondern auf den lebendigen Gott, der uns Alles reichlich zu genießen giebt; daß sie Gutes thun und an guten Werken reich werden.“[1] Reichthümer sind nur zu leicht im Stande, das Herz zu verderben; was aber dagegen schützt, ist die Ausübung der Mildthätigkeit. Wer sie nicht dazu anwendet, der gebraucht sie nicht zu dem Zwecke, wozu sie ihm gegeben wurden, und liebt sie nur um ihrer selbst willen, nicht des Nutzens wegen, den er damit stiften kann. So ist der Geitzige mitten unter seinen Schätzen arm. Er leidet Mangel, weil er sich vor Ausgaben fürchtet, und seine Furcht nimmt nach dem Verhältnisse zu, wie seine Hoffnung, zu gewinnen, sich vermehrt. Auf diese Weise dient die Freude seines Herzens ihm zur Qual. Er gleicht unter Allen am mehrsten dem Knechte, der sein Pfund im Schweißtuche verbarg; denn er hat seine Pfunde, seine Schätze, in Säcken verwahrt, im Gewölbe, unter dem Fußboden, hinter den Wänden, oder auch in Schuldverschreibungen und Pfandbriefen versteckt, wo sie verborgen und wie vergraben liegen, ohne irgend Jemand nützlich zu seyn.

§. 14. Ein solcher Geitziger ist ein wahres Ungeheuer; ohne Menschengefühl, und, gleich den Polen, beständig kalt. Er ist ein Feind des Staates; denn er saugt das Geld aus. Ein Krankheitsstoff im politischen Körper, der den Umlauf des Bluts hemmt, und daher durch irgend ein Reinigungsmittel der Gesetze fortgeschafft werden sollte; denn dieses Laster greift das Herz an und zerstört den Zusammenhang aller Glieder. – Der Geitzige


  1. 1 Tim. 6, 17. 18.
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Wilhelm Penn: Ohne Kreuz keine Krone. Georg Uslar, Pyrmont 1826, Seite 257. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Penn_Ohne_Kreuz_keine_Krone.djvu/265&oldid=3378497 (Version vom 1.8.2018)