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durch eine bessere Erziehung davon abgehalten werden, so würden sie nicht so sehr der Versuchung ausgesetzt seyn, mit solchem Eifer nach Geld zu trachten, als sie gewöhnlich thun, weil es ihnen dann an den Gelegenheiten, es zu verschwenden, mangeln würde; denn der Geitzhälse, die das Geld nur um des Geldes willen lieben, giebt es doch wohl eigentlich nur wenige.

§. 13. Dieses leitet mich zur Betrachtung der niedrigsten Gattung des Geitzes, welche die abscheulichste von Allen ist; nämlich: der Anhäufung des Geldes, oder der Aufbewahrung desselben, um weder sich noch Andern damit zu nützen. Die Menschen, welche von dieser Art des Geitzes gefesselt sind, gehören zu Denen, von welchen Salomo sagt, „daß sie bei großem Gute arm sind,“[1] welches in den Augen Gottes eine große Sünde ist. Gott klagt über Diejenigen, „die den Raub der Armen in ihren Häusern haben.“ Er sagt, „daß sie sein Volk zertreten und die Person der Elenden zerschlagen.“[2] Diese grämen sich, weil sie das ihnen Geraubte nicht wieder sehen. Aber der Herr segnet Die, „welche sich der Dürftigen annehmen;“[3] und er befiehlt Allen, „ihr Herz nicht gegen ihren armen Bruder zu verhärten, und ihre Hand nicht vor ihm zu verschließen, sondern ihm gern zu geben und zu leihen;“[4] und zwar nicht allein dem geistlichen, sondern auch dem natürlichen Bruder.

Der Apostel Paulus gab dem Timotheus vor dem Angesichte Gottes und Jesu Christi diesen Auftrag: „Den Reichen dieser Welt gebiete, daß sie nicht stolz sind, auch nicht auf den ungewissen Reichthum hoffen,


  1. Spr. Sal. 13, 7.
  2. Jes. 3, 13, 14.
  3. Ps. 41, 1.
  4. 5 Mos. 15, 7. 8. 9.
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Wilhelm Penn: Ohne Kreuz keine Krone. Georg Uslar, Pyrmont 1826, Seite 256. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Penn_Ohne_Kreuz_keine_Krone.djvu/264&oldid=3378496 (Version vom 1.8.2018)