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§. 12. Der andere Geitzige ist Simon, der Zauberer, der auch ein Gläubiger war; allein sein Glaube hatte, seines Geitzes wegen, nicht tiefe Wurzel schlagen können. Er hätte gern mit Petrus einen Handel abgeschlossen, damit er die göttliche Gabe hätte wieder verkaufen und auf diese Art einen guten Handelszweig daraus machen können. Er schloß von sich auf Petrus, den er ohne Zweifel für einen Mann hielt, der den Kniff, die Menschen zu berücken, noch besser als er selbst verstände, der doch in Samaria für die große Kraft Gottes galt, bis die wahre Kraft Gottes durch Philippus und Petrus offenbar ward, und das Volk aus dem Irrthume riß. Aber was antwortete Petrus dem Simon, und was für ein Urtheil sprach er über ihn aus? „Daß du verdammet werdest mit deinem Gelde!“ sagte der Apostel, „du wirst weder Theil noch Anfall (Loos) an diesem Worte haben; denn ich sehe, du bist voll bitterer Galle und verknüpft mit Ungerechtigkeit.“[1] In der That ein schauderhafter Ausspruch!

Außerdem dient der Geitz auch noch der Verschwendung und nimmt oft seinen Ursprung aus derselben. Denn wenn einige Menschen viel haben, so lassen sie viel aufgehen, und machen sich durch üppige Verschwendung wieder arm. Solche sind dann immer geitzig nach Gewinn, um desto mehr ausgeben zu können, welches jedoch Mäßigkeit verhüten würde. Und wollten nur die Menschen in den Ausgaben für ihren Tisch, für ihre Häuser, Möbeln, Kleider, für ihre Spiele und andere Vergnügungen sich einschränken, oder könnten sie durch genaue Anwendung weiser Gesetze und


  1. Apost. Gesch. 8, 9–24.
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Wilhelm Penn: Ohne Kreuz keine Krone. Georg Uslar, Pyrmont 1826, Seite 255. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Penn_Ohne_Kreuz_keine_Krone.djvu/263&oldid=3378495 (Version vom 1.8.2018)