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und sich erhenkte. Eine gottlose That! Ein scheußliches Ende! Aber was sagt ihr nun? ihr Geitzigen? Was denkt ihr von euerem Bruder Judas? – War er nicht ein böser Mensch? – Handelte er nicht entsetzlich gottlos? – O! gewiß! werdet ihr sagen. Würdet ihr so gehandelt haben? – Nein! auf keinen Fall! Aber die Juden sagten dasselbe von Denen, welche die Propheten getödtet hatten; und dennoch kreuzigten sie Jesum, den Sohn Gottes, der gekmmen war, sie zu erretten und selig zu machen, und es auch würde gethan haben, wenn sie ihn angenommen und den Tag ihrer Heimsuchung nicht verworfen hätten. Laßt euch die Augen salben, und vom Staube der Erde reinigen; damit ihr desto besser in euerem Gewissen lesen und desto deutlicher erkennen könnet, ob nicht auch ihr, aus Geldliebe, den Gerechten in euerem Innern verrathen habt, und dadurch Brüder des Judas in seiner Ungerechtigkeit geworden seid? – Ich rede für die Sache Gottes und gegen einen Götzen; darum ertraget mich mit Geduld. – Habt ihr nicht mit euerem Trachten nach eueren geliebten Reichthümern dem Geiste Christi widerstrebt? ja, habt ihr nicht diesen guten Geist in euch selbst unterdrückt? O! „Untersuchet euch selbst; prüfet euch selbst; oder erkennet ihr euch selbst nicht? Denn wenn Jesus Christus nicht in euch ist,“ wenn Er nicht in euch die Herrschaft hat, und über Alles in der Welt von euch geliebt wird, „so seid ihr Untüchtige,“[1] oder Verworfene, und befindet euch in einem verlornen Zustande.


  1. 2 Kor. 13, 5.
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Wilhelm Penn: Ohne Kreuz keine Krone. Georg Uslar, Pyrmont 1826, Seite 254. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Penn_Ohne_Kreuz_keine_Krone.djvu/262&oldid=3378494 (Version vom 1.8.2018)