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ward zu Tode gesteinigt; und sobald Isebel die Nachricht von seinem Tode erhielt, sagte sie zu Ahab: „Stehe auf, und nimm den Weinberg ein; denn Naboth lebt nicht mehr, sondern ist todt.“ Gott aber verfolgte Beide mit strengem Gerichte. „Auf der Stelle, da die Hunde das Blut Naboth’s gelecket haben,“ sagte Elia im Namen des Herrn, „sollen auch Hunde dein Blut lecken. Ich will Unglück über dich bringen, und deine Nachkommen wegnehmen.“ Und von seinem Weibe, Isebel, der Mitschuldigen an dieser Habsucht und Mordthat, fügte Elia hinzu: „Die Hunde sollen ihr Fleisch an den Mauern von Jesreel fressen.“ Hier sehen wir die Schändlichkeit dieser Art Habsucht, und auch die gerechte Bestrafung derselben. Möge es Jeden abschrecken, der ein Verlangen nähret, unerlaubte Dinge, die Rechte und Besitzungen Anderer, an sich zu bringen! Denn Gott ist gerecht, der ein solches Begehren unfehlbar endlich bestrafen wird. Jedoch ist vielleicht die Anzahl solcher Menschen, die nach dem unerlaubten Besitze des Eigenthumes eines Andern trachten, nicht groß, denn Viele thun es darum nicht, oder scheuen sich, ihr Begehren laut werden zu lassen, weil sie die Gesetze fürchten. Hingegen giebt es nur zu Viele von einer andern Gattung, welche gegen die eben erwähnte Art der Habsucht zu eifern scheinen, um durch ihren vorgeblichen Abscheu vor derselben die Beschuldigung eines andern Geitzes von sich abzulehnen, den wir jetzt betrachten wollen.

§. 5. Diese zweite Art der Habsucht oder des Geitzes, welche die allgemeinste ist, bestehet in einem unerlaubtem Begehren erlaubter Dinge, vornehmlich des

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Wilhelm Penn: Ohne Kreuz keine Krone. Georg Uslar, Pyrmont 1826, Seite 245. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Penn_Ohne_Kreuz_keine_Krone.djvu/253&oldid=3378485 (Version vom 1.8.2018)