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sie sich um das Heil ihrer Seelen bringen. Hätte Adam im Paradiese nicht auf die Lockspeise der Schlange, sondern auf das göttliche Licht in seiner Seele geachtet, und sein Gemüth auf seinen Schöpfer, den Vergelter der Treue, gerichtet, so würde er die Schlinge des Feindes gesehen und ihm in seinen listigen Versuchungen widerstanden haben. O darum ergötze dich nicht an verbotenen Dingen. Siehe das Böse nicht an, wenn du nicht davon gefesselt werden willst. Belaste deine Seele nicht mit der Schuld, gegen deine Erkenntniß zu sündigen. Unterwarf nicht Christus seinen Willen dem Willen seines himmlischen Vaters? Erduldete er nicht um der ihm bevorstehenden Freude Willen das Kreuz? und verachtete er nicht die Schmach und Schande des neuen unbetretenen Weges zur Herrlichkeit?[1] So mußt auch du deinen Willen dem heiligen Gesetze und Lichte Christi in deinem Herzen unterwerfen, und um der Belohnung willen, die er dir vorhält, sein Kreuz erdulden und die Schande desselben nicht achten. Alle möchten gern mit Christo sich freuen, aber Wenige wollen mit ihm oder um seinentwillen leiden. Viele sind bereit, an seinem Tische Theil zu nehmen; Wenigen aber gefällt seine Enthaltsamkeit. Seiner Austheilung des Brodes wollen sie nachfolgen; aber den Kelch seiner Todesangst lassen sie stehen. Dieser ist ihnen zu bitter, als daß sie ihn trinken möchten. – Manche erheben seine Wunder, und ärgern sich doch an der Schmach seines Kreuzes. Darum höre, o Mensch! Was er zu deinem Heile für dich that, das mußt auch du aus Liebe zu ihm thun. Du mußt dich demüthigen,


  1. Ebr. 12, 2.
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Wilhelm Penn: Ohne Kreuz keine Krone. Georg Uslar, Pyrmont 1826, Seite 239. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Penn_Ohne_Kreuz_keine_Krone.djvu/247&oldid=3378479 (Version vom 1.8.2018)