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die Kirche angewendet werden kann, und diese haben sie sich zugeeignet. Daher nennen sie sich die Klerisei, d. h. das Erbgut oder Erbe Gottes. Hingegen ermahnt Petrus die Diener des Evangeliums mit den Worten: „Weidet die Heerde Christi nicht um schändlichen Gewinns willen. – Nicht als Solche, die über das Volk (oder Erbtheil des Herrn) herrschen.“ Wahrscheinlich sah es Petrus voraus, daß Stolz und Geiz den Kirchendienern zur Versuchung gereichen würden; auch haben sie in der That sich nur zu oft in diesen beiden Schlingen fangen lassen, und in schlimmere hätten sie, in Wahrheit, nicht gerathen können. Und was sie auch in beiden Hinsichten zu ihrer Rechtfertigung vorbringen mögen, so wird immer die Entschuldigung eben so schlimm als der Fehler selbst seyn. Denn, wenn sie sagen, daß sie nicht über das Erbe oder das Volk des Herrn herrschten, so ist es nur darum nicht der Fall, weil sie sich selbst als dieses Erbe betrachten und das Volk seines Rechts entsetzt haben. Auf diese Weise könnten sie denn freilich Herren des Volks seyn, und von den Ermahnungen des guten alten Petrus eine Ausnahme machen.

Was den andern Punkt, nämlich, das Laster des Geizes betrifft, so können Einige der Beschuldigung desselben nicht anders ausweichen, als wenn sie mit Wahrheit sagen, man könne ihnen, da sie sich um die Heerde gar nicht bekümmern, nicht zur Last legen, daß sie dieselbe um schändlichen Gewinns willen weideten; woraus dann aber folgt, daß sie das Geld von den Leuten umsonst nehmen. Davon finden wir treffende Beispiele in der Schrift, wo Gott selbst sich über das stolze und

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Wilhelm Penn: Ohne Kreuz keine Krone. Georg Uslar, Pyrmont 1826, Seite 235. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Penn_Ohne_Kreuz_keine_Krone.djvu/243&oldid=3378475 (Version vom 1.8.2018)