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ein Vorzug mit einer vornehmen Abkunft verbunden ist, so liegt er in der Erziehung, die der Stand gewährt, und nicht in der Abkunft selbst, deren Aechtheit übrigens auch oft zweifelhaft oder ungewiß ist, wohingegen die Erziehung immer einen mächtigen Einfluß auf die Neigungen und Handlungen des Menschen hat. Hierin zeichneten sich vorzeiten die Adeligen und Vornehmen in unserm Königreiche besonders aus; und es wäre sehr zu wünschen, daß unsere jetzigen Großen es sich möchten angelegen seyn lassen, die Wirthschaftlichkeit, gute Ordnung und tugendhafte Erziehung in ihren Familien wieder herzustellen, die unter ihren würdigen Vorfahren üblich war, als die Adeligen ihrer großen und edeln Thaten wegen geehrt wurden, und Nichts Jemand mehr der Schande und Verachtung aussetzte, als wenn er von adeliger Abkunft war, und keine Tugend besaß, um seinen Adel aufrecht zu erhalten.

§. 8. Doch ich habe noch einen höhern Beweggrund hinzuzufügen. Das herrliche Evangelium Jesu Christi ist ja auch dieser nördlichen Insel verkündigt worden, und da ihre Bewohner aus allen Ständen an dasselbe zu glauben bekennen; so laßt mich euch bitten und bewegen, die Ehre zu suchen und nach der Auszeichnung zu trachten, die durch diese himmlische Gnadenaustheilung Gottes allen wahren Gläubigen widerfährt, die dem Lamme folgen, „welches die Sünden der Welt hinwegnimmt.“[1] Nehmet mit Sanftmuth sein gnädiges Wort in euren Herzen auf, welches die sinnlichen Lüste der Welt überwindet, und die Seele auf den heiligen Pfad leitet, der zur wahren Glückseligkeit führet. Hier giebt es


  1. Joh. 1, 29.
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Wilhelm Penn: Ohne Kreuz keine Krone. Georg Uslar, Pyrmont 1826, Seite 220. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Penn_Ohne_Kreuz_keine_Krone.djvu/228&oldid=3378460 (Version vom 1.8.2018)