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dann das gegenwärtige[WS 1] Zeitalter nach den Sünden, die nun im Schwange gehen, und schließe, was für Gerichte die jetzt lebenden Völker zu erwarten haben. Ich will hier nur den ersten Gegenstand dieses Kapitels, nämlich den übertriebenen Werth, den die Menschen auf ihre Personen legen, in Betrachtung ziehen, und das Uebrige im letzten Abschnitte dieser Abhandlung, der von der Ueppigkeit handelt, und wo es eine schickliche Stelle finden wird, weiter auseinandersetzen.

§. 2. Daß die Menschen im Allgemeinen stolz auf ihre Personen sind, besonders wenn sie einigen Anspruch auf vornehme Abkunft oder auf Schönheit machen können, ist eben so bekannt, als unangenehm zu betrachten. Der erstere Fall hat oft schon unter dem männlichen, und der letztere unter dem weiblichen Geschlechte sehr heftige Streitigkeiten veranlaßt; und es sind auch nicht selten schon Männer, um der Weiber willen, oder durch deren Anreizung, in solche Zänkereien verwickelt worden. Was für Lärm und Gezänke ist nicht schon in der Welt vorgefallen, wenn es die Bestimmung des Alters eines Stammes oder einer Familie galt? Oder wenn entschieden werden sollte, wessen Vater oder Mutter, oder Urgroßvater und Urgroßmutter die mehrsten Ahnen zählte? Welchem Stamme oder Zweige Dieser oder Jener angehöre? Was für Wappen der Eine oder der Andere geführt habe, und wer nun das Recht zum Vorrange besitze? wiewohl, meines Erachtens, unter allen Thorheiten der Menschen keine weniger vernünftig scheinende Gründe zu ihrer Entschuldigung aufzuweisen hat, als diese.

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  1. Vorlage: genwärtige
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Wilhelm Penn: Ohne Kreuz keine Krone. Georg Uslar, Pyrmont 1826, Seite 213. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Penn_Ohne_Kreuz_keine_Krone.djvu/221&oldid=3378453 (Version vom 1.8.2018)