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Gebräuche sind, erlaubte mir nicht, so böse Eigenschaften noch länger in mir selbst und in Andern zu nähren. Aus diesem Grunde bin ich so ernstlich bemühet, meinen Lesern in Ansehung ihrer Beurtheilung unsers Betragens Vorsichtigkeit zu empfehlen; und ich wiederhohle daher meine Bitte, daß sie bei sich selbst ernstlich erwägen wollen, ob es der Geist der Welt oder der Geist unsers himmlischen Vaters ist, der über unser ehrliches, gerades und harmloses Du sich entrüstet; damit so jede Pflanze, die Gott nicht in die Herzen der Söhne und Töchter der Menschen gepflanzet hat, möge ausgerottet werden.



Eilftes Kapitel.

§. 1. Der Stolz verleitet die Menschen zur Ueberschätzung ihrer Personen. §. 2. Dieses beweiset der Lärm, den man über Familienabkunft, Geblüt, Gestalt und Schönheit erhebt. §. 3. Die Tugend, nicht das Geblüt, kann wahren Adel verleihen. §. 4. Die Tugend ist kein Emporkömmling, und ohne sie kann alte Abkunft keinen Adel gewähren; sonst würden in unsern Tagen Alter und Geblüt die Tugend davon ausschließen. §. 5. Gott, der alle Geschlechter von einem Blute abstammen ließ, lehret uns, was wahrer Adel sei. §. 6. Die Menschen von adeliger Abkunft sind, ihrer äußern Zierden beraubt, andern Menschen ganz gleich. §. 7. Dieses wird nicht gesagt, um den Edelmann zu verwerfen, sondern um ihn zur Demuth anzuleiten. – Von den Vortheilen, die dieser Stand vor andern voraus hat. Eine Ermahnung an den Adel, den gesunkenen Zustand ihrer Familien um ihres eigenen Vortheiles


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Wilhelm Penn: Ohne Kreuz keine Krone. Georg Uslar, Pyrmont 1826, Seite 211. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Penn_Ohne_Kreuz_keine_Krone.djvu/219&oldid=3378451 (Version vom 1.8.2018)