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und zu nähren; daß sie sich zu wenig geehrt oder beleidigt finden, wenn sie in Ausdrücken angeredet werden, deren sie sich selbst gegen ihren Schöpfer bedienen, und daß sie endlich ihre Zeit und ihr Vermögen verschwenden, um ihre sinnlichen Begierden zu befriedigen, indem sie sich den Sitten und Gebräuchen der Heiden ergeben, die Gott nicht kannten, und ihre Thorheiten für Höflichkeiten, Erziehung, Anstand, feine Bildung, u. s. w. halten. O! möchtest du doch, da es nur einen guten und einen bösen Geist giebt, ernstlich erwägen, welcher von beiden es ist, der die Welt zu solchen Dingen anleitet; ob Nicodemus oder Mardochai dich gegen die verachteten Christen in deinem Innern geneigt macht, und welcher von ihnen dir Furcht und Scham einflößt, Demjenigen in deinem Umgange mit der Welt öffentlich zu entsagen, was das wahre Licht dir als Eitelkeit und Sünde im Verborgenen deines Herzens zu erkennen gegeben hat. Oder wenn du zu unsern Verächtern gehörst, so sage mir, ich bitte dich, wem glaubst du mit deinen Spöttereien, mit deinem Unwillen und mit deiner Verachtung am ähnlichsten zu seyn, dem stolzen Haman oder dem guten Mardochai? Wisse, mein Freund! daß vielleicht kein Mensch diese Eitelkeiten, die man Höflichkeiten nennt, mehr geliebt und verschwenderischer angewendet hat, als ich; und hätte ich mein Gewissen unter den Zeremonien der Welt verbergen können, so wäre ich gewiß manchen Stürmen von Vorwürfen entgangen, die, meines offenen Bekenntnisses wegen, oft heftig über mich ausbrachen. Aber dann würde ich auch, wenn ich, nach den weltlichen Sitten und Gebräuchen mich bequemt hätte,

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Wilhelm Penn: Ohne Kreuz keine Krone. Georg Uslar, Pyrmont 1826, Seite 208. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Penn_Ohne_Kreuz_keine_Krone.djvu/216&oldid=3378448 (Version vom 1.8.2018)