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Gewissenhaftigkeit uns nicht darein fügen können. Und so sehr uns auch die Ungezügelten und Leichtsinnigen unsers Zeitalters, deren Gemüther so unaufhörlich von der Liebe zu weltlichen Vergnügungen umgetrieben werden, daß sie den wahren Ursprung und Zweck der Worte und Dinge zu prüfen und zu unterscheiden nicht im Stande sind, – so sehr diese uns auch als sonderbare Menschen tadeln mögen; so können dennoch wir, die wir durch Gottes Licht und Geist von der Thorheit und schädlichen Wirkung solcher weltlichen Gebräuche überzeugt, und zu einer klaren Einsicht und geistlichen Unterscheidung ihres Ursprunges und ihrer Eigenschaften gelangt sind, diese Dinge nicht anders als Früchte des Stolzes und der Schmeichelei erkennen, und deswegen uns auch darin nach dem Verlangen irdischgesinnter Gemüther nicht mehr bequemen. Wir möchten sonst unsern Gott beleidigen und unsere Gewissen mit Schuld beladen. Denn da wir durch die innern Züchtigungen der göttlichen Gnade aufrichtig gerührt und zur aufmerksamen Unterwerfung unter das heilige Gesetz Jesu in unsern Herzen gebracht worden sind, so daß wir „unsere Werke an das Licht bringen, um zu sehen, ob sie in Gott gethan sind oder nicht;“[1] so können und dürfen wir uns der Welt, die mit ihrer Lust vergehet, in ihrem eitlen Wesen nicht mehr gleichstellen: indem wir gewiß wissen, „daß die Menschen am Tage des Gerichts von jedem unnützen Worte, das sie geredet haben, Rechenschaft geben müssen.“[2]

§. 11. Darum, o Leser! du magst nun ein in der Nacht sich zu Jesu schleichender Nicodemus, oder ein ihn


  1. Joh. 3, 19. 20. 21.
  2. Matth. 12, 36.
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Wilhelm Penn: Ohne Kreuz keine Krone. Georg Uslar, Pyrmont 1826, Seite 206. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Penn_Ohne_Kreuz_keine_Krone.djvu/214&oldid=3378446 (Version vom 1.8.2018)