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mich nicht bald hinwegnehmen würde.“ Nein, das heißt nicht: „sich selbst verleugnen, unvergängliche Schätze sammeln und nach einem unverweltlichen Erbtheile im Himmel trachten.“ – Und nun, meine Freunde! was ihr auch davon denken möget, so muß ich euch sagen, daß die Entschuldigung: euch auf den allgemeinen Gebrauch zu berufen, vor Gottes Richtstuhle nicht gelten wird. Das Licht Christi, das in euren eigenen Herzen scheint, wird sie verwerfen, und dann wird der Geist, gegen den wir zeugen, so erscheinen, wie er ist, und wie wir ihn geschildert haben. Saget nicht, daß ich um Kleinigkeiten eifere; hütet euch lieber selbst vor Leichtsinn und Unbedachtsamkeit in ernsthaften Dingen.

§. 10. Ehe ich dieses Kapitel schließe, will ich noch einige Zeugnisse allgemein geachteter Männer zu Gunsten unserer Nichtgleichstellung der Welt in ihrem verkehrten Gebrauche der Sprache hier beifügen.

Luther, dieser große Reformator, dessen Aussprüche man in seinem Zeitalter wie Orakelsprüche betrachtete, und der auch noch heutiges Tages bei vielen unserer Gegner in großem Ansehen stehet, Luther war so weit entfernt, unsere einfache Sprechart zu tadeln, daß er vielmehr in einem seiner Werke, Ludus, (das Spiel,) betitelt, über den Gebrauch: einzelne Personen in der Mehrzahl anzureden, als über eine unschickliche und lächerliche Sache sich lustig macht, wo er nämlich sagt: Magister! vos estis iratus; Magister! ihr seid unwillig; welches im Lateinischen eben so abgeschmackt herauskommt, als es in jeder andern Sprache

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Wilhelm Penn: Ohne Kreuz keine Krone. Georg Uslar, Pyrmont 1826, Seite 204. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Penn_Ohne_Kreuz_keine_Krone.djvu/212&oldid=3378444 (Version vom 1.8.2018)