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Schauspiele, Maskenbälle, Spielpartien, Concerte u. dgl. eure Lieblingsunterhaltungen aus? Hättet ihr wirklich den Geist des wahren Christenthumes, wie könntet ihr denn eure so kostbare und kurze Zeit mit so vielen unnöthigen Besuchen, Spielen und Zeitvertreiben mit Komplimentenmachen und Schmeicheleien hinbringen? Wie könntet ihr euch mit Erzählungen erdichteter Geschichten, mit Herumtragen nutzloser Neuigkeiten und noch vielen andern eitlen Dingen beschäftigten, die bloß dazu da sind, und deren ihr euch auch nur bedienet, um euch zu zerstreuen; um nicht an euren wahren Zustand zu denken, und euch in gänzlicher Gottesvergessenheit zu betäuben. Solche Unterhaltungen und Ergötzlichkeiten waren gewiß nie unter den wahren Christen, sondern nur unter den Heiden, die Gott nicht kannten, üblich. Ach! hättet ihr doch ein wahres Gefühl von eurem sündhaften Zustande, und wäret ihr nur in einigem Grade neu geboren! Möchtet ihr doch das Kreuz Christi aufnehmen und unter seiner Herrschaft leben! Dann würden diese Dinge, die eurer verderbten und sinnlichen Natur so sehr schmeicheln, keinen Raum in euren Herzen mehr finden. Das heißt nicht: „suchen was droben ist,“ [1] wenn man mit seinem Herzen an den niedrigen Dingen der Welt hängt. Das heißt nicht: „seine Seligkeit mit Furcht und Zittern schaffen,“ wenn man seine kostbare Zeit mit eitlen Dingen vertändelt. Dann kann man nicht mit Elihu ausrufen: „Ich will Niemand’s Person ansehen, und keinen Menschen rühmen; (oder ihm schmeichelhafte Titel geben;) denn ich weiß nicht, wenn ich es thäte, ob mein Schöpfer


  1. Kol. 3, 1.
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Wilhelm Penn: Ohne Kreuz keine Krone. Georg Uslar, Pyrmont 1826, Seite 203. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Penn_Ohne_Kreuz_keine_Krone.djvu/211&oldid=3378443 (Version vom 1.8.2018)