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überhäufen zu müssen, weil wir eben diese Regeln beobachten.

§. 4. Einzelne Personen Du zu nennen, kann, drittens, auch aus dem Grunde weder unschicklich noch unhöflich seyn, weil es immer in allen Sprachen und auch zu allen Zeiten üblich war. Dieses liegt klar am Tage; denn als Gott selbst zuerst mit Adam redete, geschah es in der ebräischen Sprache, in welcher einzelne Personen Du genannt werden. Dasselbe ist der Fall im Assyrischen, Chaldäischen, Griechischen und Lateinischen. Auch in unsern Zeiten hat sich diese Unterscheidung der zweiten Person des Singulars bei den Türken, Tatarn, Russen, Italienern, Indianern, Persern, Spaniern, Franzosen, Holländern, Deutschen, Schweden, Dänen, Irländern, Schottländern, Wallisern und Engländern erhalten, und das Wort Du ist nicht verloren gegangen; denn obgleich einige der neuern Sprachen in den mehrsten Fällen dafür das Wort ihr, oder statt dessen auch sie und er gebrauchen, so unterliegen doch alle dabei einem und demselben Irrthume. Hieraus gehet aber auch klar hervor, daß unser Du weder eine Neuerung noch Unschicklichkeit, sondern vielmehr in allen Sprachen das einzige schickliche Wort ist, wodurch man einzelne Personen von mehrern in der Anrede gehörig unterscheiden kann, und daß ohne den Gebrauch dieses Wortes alle Aussprüche, Reden und Abhandlungen immer sehr zweideutig, unbestimmt und zweifelhaft seyn würden. Wir wollen z. B. annehmen, es ständen drei verschiedene Personen vor Gericht, die verschiedener Verbrechen angeklagt und auch alle drei schuldig wären, und der

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Wilhelm Penn: Ohne Kreuz keine Krone. Georg Uslar, Pyrmont 1826, Seite 194. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Penn_Ohne_Kreuz_keine_Krone.djvu/202&oldid=3378434 (Version vom 1.8.2018)