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jetzt, – ach! jetzt verdient Jeder, der sie unterläßt, den strengsten Tadel. O! der ungeheuern Eitelkeit! Wie sehr, wie entsetzlich weit sind Diejenigen, die sich Christen nennen, von den einfachen Sitten der ersten Zeiten des Christenthumes, und von der Lebensweise der heiligen Männer und Weiber jener Tage abgewichen! Sie haben sich in der That dem zügellosen Leben der Welt, die Gott nicht kennt, so sehr ergeben, und sind ihrer eitlen Zeremonien, – die doch sowohl von der Schrift und Vernunft, als auch durch das ihnen widersprechende Beispiel guter Menschen verworfen werden, – durch langen Gebrauch so sehr gewohnt geworden, daß sie ihnen ganz natürlich zu seyn scheinen. Und Viele sehen so wenig weder die Ursache noch die schädlichen Wirkungen dieser Thorheiten ein, daß sie nicht allein beständig in denselben fortleben, sondern sie auch sogar vertheidigen, und auf eine sehr unchristliche Weise Diejenigen, welche sich den Gebrauch derselben nicht mehr erlauben dürfen, zu Gegenständen ihres Spottes und Gelächters machen. – Doch ich gehe zur Erklärung und Vertheidigung eines andern Stückes unserer einfachen Sitte über, welches nicht wenig dazu beiträgt, daß wir den Leichtsinnigen, Eitlen und Unbesonnen unsers Zeitalters ein Stein des Anstoßes sind.



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Wilhelm Penn: Ohne Kreuz keine Krone. Georg Uslar, Pyrmont 1826, Seite 190. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Penn_Ohne_Kreuz_keine_Krone.djvu/198&oldid=3378430 (Version vom 1.8.2018)