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zu Bettlern und Gefangenen machten, indem sie die Plünderung und Einkerkerung solcher Christen begünstigten, die der Stimme Gottes in ihrem Gewissen gehorsam waren. Paulinus drückt sich nun so aus: „Man hält unter uns seit einigen Jahren den nicht für einen höflichen Menschen, der sich ein Gewissen daraus macht, oder sich weigert, in Briefen an seines Gleichen oder an Geringere sich als ihren Diener zu unterschreiben.“ Auch erhielt einst Sulpitius Severus von Paulinus einen scharfen Verweis, weil Letzterer in einem Briefe an ihn sich als seinen Diener unterzeichnet hatte. „Hüte dich in Zukunft,“ sagte Paulinus, „daß du, der du aus der Knechtschaft zur Freiheit berufen bist, dich nicht Diener eines Menschen nennst, der dein Bruder und Mitknecht ist; denn es ist eine sündliche Schmeichelei, und kein Beweis von Demuth, wenn man sich gegen einen Menschen, gegen einen Sünder, der Ehrenbezeigungen bedient, die nur dem einzigen Herrn, dem einzigen Meister und einzigen Gott gebühren.“ Dieser Bischof hatte, wie es scheint, dieselbe Gesinnung, die Christus in den Worten ausdrückte: „Was nennest du mich gut? Niemand ist gut, als Gott allein.“ Und wir können hieraus abnehmen, wie jene apostolischen Bischöfe über die Höflichkeitsbezeigungen dachten, die jetzt bei Denen, die sich Christen, Bischöfe, ja, Nachfolger der ersten christlichen Bischöfe nennen, in so hohem Ansehen stehen. Damals war es Sünde, wenn Jemand sich derselben bediente; heutiges Tages betrachtet man sie als Tugenden; damals hielt man sie für Schmeichelei, jetzt gelten sie für Beweise der Achtung; damals wurden sie scharf gerügt, und

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Wilhelm Penn: Ohne Kreuz keine Krone. Georg Uslar, Pyrmont 1826, Seite 189. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Penn_Ohne_Kreuz_keine_Krone.djvu/197&oldid=3378429 (Version vom 1.8.2018)