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zuwider sei, daß es sich gar nicht mit demselben vereinigen lasse; und wenn äußerer Glanz und andere weltliche Rücksichten die Oberhand gewinnen, und das, was von Christo ist, schwächen, so ist dieses ein Zeichen des sinkenden Glaubens. Denn die Herrlichkeit und der Glanz Christi ist in einer wahrhaft frommen Seele so groß, daß, in Vergleichung damit, alle Herrlichkeit der Welt für ein so göttlich gesinntes Gemüth keinen Reiz und keine Schönheit hat. Der Apostel zeigt, daß ein solches Ansehen der Person gegen das Licht im Menschen streite; da Alle, die solchen Gebräuchen anhangen, in ihrem Innern darüber bestraft werden. Darum müsse Heiligkeit die Ursache und der Beweggrund aller äußern Achtungsbezeigung seyn, und Niemand dürfe aus einem andern Grunde, als seines heiligen Lebens wegen, geehret werden.“ So weit Marlorat. Ist nun aber diese Lehre in der Wahrheit gegründet, so haben wir vollkommen Recht, wenn wir uns weigern, die eitlen Ehrenbezeigungen weltlicher Menschen zu beobachten.

§. 39. Ich füge diesem Zeugnisse noch die Ermahnung bei, die ein gelehrter alter Schriftsteller, der vor 1200 Jahren lebte, und in großer Achtung stand, der edlen Matrone Celantia ertheilte. In einer Anweisung, wie sie in ihrem Wohlstande und bei dem Genusse hoher Ehre leben müsse, giebt er ihr, unter andern religösen Erinnerungen, folgenden Unterricht: „Siehe nicht auf deinen Adel, und laß ihn dir nicht zu einer Ursache dienen, irgend Jemand vorzuschreiten. Betrachte nicht Andere von geringerer Abkunft als dir Untergeordnete, denn unsere Religion verstattet kein Ansehen der Person,

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Wilhelm Penn: Ohne Kreuz keine Krone. Georg Uslar, Pyrmont 1826, Seite 187. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Penn_Ohne_Kreuz_keine_Krone.djvu/195&oldid=3378427 (Version vom 1.8.2018)