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Apostel dieses von den Gläubigen hätte sagen können; denn sobald sie mit Andern in ihren weltlichen Gebräuchen und eitlen Ehrenbezeigungen gemeinschaftliche Sache machen, sind sie nicht mehr ein eigenthümliches von der Welt abgesondertes, sondern ein sich ihr gleichstellendes und ihr gleichförmiges Volk.

§. 35. Ich will meine aus der heiligen Schrift hergenommenen Beweise gegen den Gebrauch weltlicher Ehrenbezeigungen mit einem bemerkenswerthen Zeugnisse des Apostels Jakobus schließen, welches derselbe gegen die in der Welt übliche Unterscheidung des Ansehens der Person im Allgemeinen ablegt. „Lieben Brüder,“ sagt er „haltet nicht dafür, daß der Glaube an Jesum Christum, unsern Herrn der Herrlichkeit, Ansehn der Person leide. Denn wenn in eure Versammlung ein Mann mit einem goldenen Ringe und mit einem herrlichen Kleide käme, und es käme auch ein Armer in einem unsaubern Kleide; und ihr sähet auf den, der das herrliche Kleid trüge, und sprächet zu ihm: setze du dich her aufs Beste; und sprächet zu dem Armen: stehe du dort, oder setze dich her zu meinen Füßen, und bedächtet es nicht recht; würdet ihr dann nicht Richter und machtet bösen Unterschied?“ (Indem sie wohl wüßten, daß sie unrecht handelten.) – „Wenn ihr das königliche Gesetz erfüllet nach der Schrift: Liebe deinen Nächsten als dich selbst; so thut ihr wohl. Wenn ihr aber die Person ansehet, so thut ihr Sünde, und werdet als Uebertreter vom Gesetze bestraft.“[1] Dieses ist ein so volles und klares Zeugniß, daß es mir eben so wenig nöthig zu seyn scheint, ihm noch Etwas beizufügen, als


  1. Jak. 2, 1. 2. 3. 4. 8. 9.
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Wilhelm Penn: Ohne Kreuz keine Krone. Georg Uslar, Pyrmont 1826, Seite 181. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Penn_Ohne_Kreuz_keine_Krone.djvu/189&oldid=3378421 (Version vom 1.8.2018)