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so seid nun auch nüchtern und inbrünstig im Geiste, und hoffet bis ans Ende. Ermattet nicht und gebet eure Sache nicht auf! – Lasset die Welt immer spotten, und traget das Widersprechen der Sünder mit Standhaftigkeit, als gehorsame Kinder; damit ihr bei der Offenbarung Jesu Christi die Belohnung Gottes empfangen möget.

In dieser Hinsicht nannte auch der Apostel die Gläubigen Fremdlinge; eine sehr passende figürliche Benennung für Leute, denen die Gebräuche und Gewohnheiten der Welt fremd geworden waren, die einen Glauben und Sitten hatten, welche die Welt nicht kannte, und denen es, als solchen Fremdlingen, würde schlecht angestanden haben, wenn sie sich nach den eitlen Moden und Gebräuchen der Welt hätten richten und bequemen wollen; da ihre Entfremdung darin bestand, daß sie sich solchen Dingen, die ihnen zuvor gewöhnlich und eigenthümlich waren, gänzlich entzogen hatten. Daß übrigens der Apostel mit dem Worte Fremdlinge einen geistlichen Sinn verband, leuchtet deutlich aus dem folgenden siebzehnten Verse ein, wo er sagt: „So führet nun euren Wandel, so lange ihr hier wallet, mit Furcht.“ D. h.: Verlebet eure Zeit hier auf Erden als Fremdlinge in der Furcht Gottes, nicht nach der Sitte der Welt. Dieser Sinn des Apostels erhellet auch noch ferner aus seinen Ausdrücken im zweiten Kapitel, wo er die Gläubigen ein eigenthümliches Volk nennt; d. h.: ein besonderes, unterschiedenes, von der Welt abgesondertes Volk, das mit ihren Moden und Gebräuchen keine Gemeinschaft mehr hat. Sonst sehe ich nicht ein, wie der

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Wilhelm Penn: Ohne Kreuz keine Krone. Georg Uslar, Pyrmont 1826, Seite 180. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Penn_Ohne_Kreuz_keine_Krone.djvu/188&oldid=3378420 (Version vom 1.8.2018)