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Brüder! durch die Barmherzigkeit Gottes, daß ihr eure Leiber zu einem lebendigen, heiligen und Gott wohlgefälligen Opfer begebet, (darstellet,) welches euer vernünftiger Gottesdienst ist. Und stellet euch nicht dieser Welt gleich, sondern verändert euch durch Erneuerung eures Sinnes, (Gemüths,) damit ihr prüfen möget, welches der gute, der wohlgefällige und der vollkommene Wille Gottes sei.“[1]

Der Apostel schrieb dieses an ein Volk, das von den Schlingen des äußern Glanzes und der Pracht der Welt ganz umgeben war. Rom war der Sitz Cäsars, gleichsam der Brennpunkt des Reichs, und die Gebieterin aller Erfindungen und Moden, die, so wie jetzt die französischen, wo nicht der ganzen, doch wenigstens der römischen Welt zu Vorschriften dienten. Daher auch das Sprichwort: Cum fueris Romae, Romano vivito more: Wenn du in Rom bist, so mußt du nach römischer Sitte leben.

Der Apostel war aber anderer Meinung. Er warnte die Christen in jener Stadt ernstlich, daß sie sich der Welt nicht gleichstellen, d. h.: ihren eitlen Moden und Gebräuchen nicht folgen, sondern sich von ihnen losmachen sollten. Dieses empfahl er ihnen eben so nachdrücklich; denn jene Welt, der sie sich nicht gleichstellen sollten; bestand in nichts anders, als in dem verderbten und entarteten Zustande der Menschen jener Zeit. Und daher ermahnte er auch die Gläubigen, und zwar mit dem kräftigsten und eindringendsten Beweggrunde der Barmherzigkeit Gottes, sich umzuändern, d. h.: der


  1. Röm. 12, 1. 2.
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Wilhelm Penn: Ohne Kreuz keine Krone. Georg Uslar, Pyrmont 1826, Seite 178. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Penn_Ohne_Kreuz_keine_Krone.djvu/186&oldid=3378418 (Version vom 1.8.2018)