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und als die Ursache angab, die ihn zu seinen Drohungen gegen sie bewog. Dabei läßt er es jedoch nicht bewenden; er verfolgt diesen Punkt von Ehrbegierde vor allen andern, indem er seine Jünger dagegen warnt, und ihnen eben so bestimmt als nachdrücklich gebietet: „Aber ihr sollt euch nicht Rabbi nennen lassen; denn Einer ist euer Meister, Christus, und ihr Alle seid Brüder. Auch sollt ihr euch nicht Meister nennen lassen. .... Der Größeste unter euch soll euer Diener seyn; und wer sich selbst erhöhet, der soll erniedrigt werden.“[1]

Es ist klar, daß diese Stellen sowohl eine ernste Bestrafung der weltlichen Ehre überhaupt, als auch der besondern Zweige und Ausdrücke derselben enthalten, und daß diese Bestrafung, so deutlich als sie die Sprache der heiligen Schrift nur bezeichnen kann, und insofern unser jetziges Zeitalter mit dem damaligen Aehnlichkeit hat, sich auch bestimmt auf die in unsern Tagen üblichen zeremoniellen Ehrenbezeigungen beziehet, wegen deren Unterlassung wir, als eine religiöse Gesellschaft, oft schon nicht nur persönliche Verachtung, Verspottung und Mißhandlung, sondern auch nicht selten Schaden und Verlust an unserm Vermögen erlitten haben. Möge Gott solche Verfolgungen den unverständigen Urhebern derselben verzeihen!

§. 33. Der Apostel Paulus giebt in seiner Epistel an die Römer eine überaus wichtige, eindrückliche und mit dieser Lehre Christi genau übereinstimmende Ermahnung in den Worten: „Ich ermahne euch, lieben


  1. Matth. 23, 8. 10. 11. 12.
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Wilhelm Penn: Ohne Kreuz keine Krone. Georg Uslar, Pyrmont 1826, Seite 177. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Penn_Ohne_Kreuz_keine_Krone.djvu/185&oldid=3378417 (Version vom 1.8.2018)